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THEMA: Jugendberufshilfe

Unter dem Motto „Wo Produktionsschule draufsteht, soll auch Produktionsschule drin sein“ hat die Mitgliederversammlung des Bundesverbandes Produktionsschulen Qualitätsstandards verabschiedet. Sie sind ein weiterer wichtiger Schritt, um die Bedeutung von Produktionsschulen im deutschen Übergangssystem Schule-Beruf zu unterstreichen. Einerseits sind sie Richtschnur in der laufenden bildungspolitischen Debatte, andererseits soll mit ihnen ein Qualitätssiegel entwickelt werden. Der betriebsnahe pädagogische Ansatz der Produktionsschulen in der Beruflichen Bildung konnte den Beweis antreten, dass er in der Lage ist, benachteiligte Jugendliche erfolgreich in Ausbildung und Arbeit zu vermitteln. Produktion oder Dienstleistung im Kundenauftrag sind dabei der zentrale Drehpunkt. In den letzten fünf Jahren entstanden in Deutschland mehr als 50 neue Produktionschulen mit unterschiedlichen Werkstattbereichen und Produktionslinien.
Das Projekt „Bleib dran. Begleitung in Ausbildung und Beschäftigung - Ausbildungspatenschaften bei IN VIA“ bringt seit Mai 2009 junge Menschen mit ehrenamtlichen Patinnen und Paten zusammen. Ziel ist, dass die Jugendlichen - trotz ihrer zumeist schlechten Zeugnisnoten - am Ende eine berufliche Perspektive erhalten. ...
Mit dem Urteil des Bundesverfassungsgerichts vom 9. Februar 2010 wurde der Gesetzgeber verpflichtet, die Regelbedarfe nach dem SGB II und SGB XII neu zu berechnen. Das Gericht hatte den Bedarfen von Kindern und Jugendlichen einen besonderen Stellenwert beigemessen. Mittlerweile liegt ein Gesetzentwurf zur Änderung der beiden Sozialgesetzbücher vor. Dieser enthält eine Vielzahl von Regelungen und Zielbestimmungen um Kindern und Jugendlichen Zugänge zu Bildungs- und Entwicklungsleistungen zu eröffnen. Allerdings werden im Gesetzentwurf keine konkreten Zahlen für die Förderung genannt. Diese hatte Bundesarbeitsministerin Frau von der Leyen am Sonntag nachgereicht. Für Erwachsene erhöht sich der Regelsatz um 5,- Euro pro Person. Kinder und Jugendliche erhalten nicht mehr. Rein rechnerisch müssten Jugendliche zwischen 14 und 18 Jahren sogar 12,- Euro weniger bekommen. Eine Abbildung der Erhöhung der Regelleistungen im Haushalt ist auch nicht erfolgt. Das erste Mal im Parlament besprochen werden soll der Gesetzentwurf am 20. Oktober 2010. Spätestens in seiner letzten Sitzung (17.12.2010) für dieses Jahr muss der Bundesrat das Gesetz beschließen. Welche Veränderungen im parlamentarischen Verfahren der aktuelle Gesetzentwurf bis dahin erfährt, bleibt abzuwarten.
Berufs- und Wirtschaftspädagogik online veröffentlicht Aufsatz über die Bedeutung der individuellen Kompetenzentwicklung am Übergang Schule-Beruf:
Ausgangspunkt des Beitrags ist der Befund, dass Jugendliche und junge Erwachsene, die nach Pisa zur Risikogruppe gerechnet werden können, weitere Kompetenzen benötigen, um an das Regelsystem der beruflichen Bildung anschließen zu können. Jedoch werden die zum Teil wenig entwickelten Kenntnisse im Bereich der Grundbildung in den Maßnahmen des Übergangssystems weder systematisch diagnostiziert noch gefördert, da zum einen davon ausgegangen wird, dass diese Kenntnisse im Lesen und Schreiben nicht ressourcenorientiert zu fördern sind. Zum anderen sind die Verfahren zur Kompetenzfeststellung für Bildungsträger sowie für Schulen zu zeitaufwendig und nicht zu finanzieren. Die Unterrichtsgestaltung sowie deren Umsetzung durch das pädagogische Personal setzen daher weder umfassend an den Kenntnisständen noch an den Bedürfnissen der Jugendlichen und jungen Erwachsenen an, um einen subjektiv passenden Übergang zu ermöglichen. Anhand qualitativer Daten aus dem Projekt Literalitätsentwicklung von Arbeitskräften, Teilprojekt
Prozessbegleitende Diagnostik am Übergang Schule-Beruf, wird herausgearbeitete, über welche Kenntnisstände die Lernenden im Bereich der Grundbildung verfügen und wie eine Kompetenzerweiterung ermöglicht werden kann.

OECD - Studie zur Berufsbildung in Deutschland veröffentlicht: Die Berufsbildungssysteme der Mitgliedsstaaten sind Untersuchunsgegenstand, um herauszufinden, ob sie in der Lage sind, die erforderlichen Kompetenzen zu vermitteln. Deutschland verfügt über ein gut ausgebautes System der Berufsbildung. Es verfügt über eine starke duale Komponente, Lernen im Betrieb und in der Schule werden sinnvoll und erfolgreich untereinander verknüft. Aber Deutschland steht auch mehreren Herausforderungen gegenüber. Das Übergangssystem ist kostspielig und leidet unter Fragmentierung. Bildungs- und Berufsberatung erhalten nicht automatisch alle Schüler/-innen. Die Beratungsleistung wird von unterschiedlichen Stellen erbracht. Die Vermittlung von Basiskompetenzen bedarf einer größeren Aufmerksamkeit.
Bertelsmann Stiftung legt Studie zur Entwicklung Ausbildungsloser vor: In Westdeutschland verfügen rund ein Fünftel aller jungen Erwachsenen nicht über eine Berufsausbildung. Selbst junge Menschen mit einem mittleren Schulabschluss haben es immer schwieriger eine Ausbildungsstelle zu finden. Ein Haupt- oder Realschulabschluss alleine reicht im Regelfall nicht aus, um Anschluss an den Arbeitsmarkt zu finden. Ohne anschließende Ausbildung sind diese jungen Menschen einem sehr hohen Risiko ausgesetzt arbeitslos zu sein. Eine Teilnahme am Erwerbsleben wird ihnen häufig nur über gerinfügige Beschäftigungsverhältnisse ermöglicht.

Spielerisch die Kasse im Griff

Schulen ans Netz bereitet mit einem neuen Online-Spiel Auszubildende spielerisch auf ihre Tätigkeit im Handel vor. " Das professionelle Arbeiten an der Kasse ist in den meisten kaufmännischen Ausbildungsberufen ein unbedingtes Muss. qualiboXX, das Projekt von Schulen ans Netz e. V. zur Berufsvorbereitung und Ausbildungsförderung, bereitet...
DGB-Ausbildungsreport 2010 offenbart: harte Arbeit, permanent Überstunden und oftmals ein rauer Umgangston belasten Azubis und vermitteln ihnen den Eindruck als billige Arbeitskraft ausgenutzt zu werden. Lehrling Arno hat 150 Überstunden angesammelt, Azubi Robert bekommt mittlerweile seit 3 Monaten kein Gehalt mehr und die angehende Tierarzthelferin Sabine muss während ihrer Arbeitszeit den Hof fegen. Mehr als 1.200 solcher Fälle wurden in diesem Jahr bereits beim DGB bearbeitet. Für die Studie wurden mehr als 7.000 Jugendliche zu ihren Ausbildungserfahrungen befragt.
Das Bundesministerium für Bildung und Forschung beabsichtigt im Rahmen seiner Berufsbildungsforschungsinitiative eine Studie zum Thema "Strukturen, Instrumente und Strategien erfolgreicher Berufsorientierung für Jugendliche mit schlechteren Startchancen im europäischen Vergleich" zu vergeben. Ziel der Vergleichsstudie ist es aus den Berufsorientierungsprogrammen ausgewählter europäischer Länder, Erkenntnisse für Strategien erfolgreicher Berufsorientierung von Jugendlichen...
Institut für Arbeitsmarkt- und Berufsforschung der Bundesagentur für Arbeit legt Forschungsbericht zum BvB-Fachkonzept vor: Der Forschungsbericht präsentiert Befunde aus der Begleitforschung zu Berufsvorbereitenden Maßnahmen 2006/2007 und der Umsetzung des 2004 neu eingeführten Fachkonzepts. Neben Strukturmerkmalen der Bildungsträger, der Maßnahmenkonzeption und deren konkreter Umsetzung werden Einflussgrößen auf die Maßnameergebnisse analysiert und aufgeführt. So reduziert sich z.B. der Anteil an Übergängen in Ausbildung bei steigendem Anteil Teilnehmender ohne Schulabschluss oder aus dem Rechtskreis SGB II. Ein hoher Anteil Teilnehmender mit überdurchschnittlichen Praktiumszeiten sowie marktbenachteiligter Jugendlicher erhöht die Vermittlungsquote in Ausbildung.

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