Alle Betriebe müssen künftig für die Fachkräfteausbildung stärker in die Verantwortung genommen werden, schreibt die Fraktion DIE LINKE in einem Antrag und fordert die Einführung der solidarischen Umlagefinanzierung. Die Ausbildungsbereitschaft der Betriebe und Unternehmen lasse seit Jahren spürbar nach. Im Jahr 2017 habe die Ausbildungsbetriebsquote mit 19,8% den niedrigsten Stand erreicht und stagniere seitdem.

Umlagefinanzierung: Fairer Ausgleich und am Bau bewährt

Die solidarische Umlagefinanzierung sorge für einen fairen Ausgleich bei der Finanzierung von Ausbildungsplätzen, indem alle Betriebe und Unternehmen – gleich ob sie ausbilden oder nicht – in einen Ausbildungsfonds einzahlen, aus dem dann alle Ausbildungsplätze finanziert werden. Besonders kleine und mittelständische Ausbildungsbetriebe würden durch diese Art der Ausbildungsfinanzierung entlastet. In der Baubranche werde die Ausbildungsplatzfinanzierung bereits seit mehr als 30 Jahren erfolgreich angewandt. In anderen Branchen wie etwa der Altenpflege hätten ähnliche Modelle zu einem erheblichen Anstieg der Zahl der Ausbildungsplätze geführt. Demgegenüber warnt DIE LINKE vor den Folgen des Rückgangs der betrieblichen Ausbildungsbeteiligung für ein ausreichendes Angebot an Ausbildungsplätzen und für die Fachkräftesicherung.

Zu viele Jugendliche erhalten nicht einmal eine Ausbildungsstelle

Das auf den ersten Blick positive Verhältnis von Angebot von und Nachfrage nach Ausbildungsplätzen, wie es der Berufsbildungsbericht 2019 ausweist, dürfe nicht über die hohe Zahl an unversorgten Bewerber/-innen hinwegtäuschen. Im Jahr 2017 sei für fast jeden siebten Bewerber die Suche nach einem Ausbildungsplatz erfolglos geblieben. Über zwei Millionen Menschen im Alter von 20 bis 34 Jahren verfügten über keine abgeschlossene Berufsausbildung. Damit seien mehr als 14 % der jungen Menschen ausbildungslos und dem erhöhten Risiko ausgesetzt, langzeitarbeitslos oder prekär beschäftigt zu werden.

Selbstverpflichtung der Wirtschaft funktioniert nicht

Schon vor 15 Jahren sei die Einführung einer Ausbildungsumlage vom Deutschen Bundestag beschlossen, dann aber im Bundesrat gestoppt worden, erinnert DIE LINKE. Aufgrund massiver Widerstände seitens der Wirtschaft habe man sich stattdessen auf einen Ausbildungspakt geeinigt. Aber entgegen der freiwilligen Selbstverpflichtung der Unternehmen sei das Angebot an Ausbildungsplätzen gesunken. Alle Pakte und freiwilligen Selbstverpflichtungen zwischen Politik und Wirtschaft hätten bisher nicht zu einer grundlegenden Wende geführt, betont die Linke. Daher sei es vonnöten, jenseits von Vereinbarungen mithilfe einer solidarischen Umlagefinanzierung für eine faire Ausbildungsplatzfinanzierung und für mehr Ausbildungsplätze zu sorgen.

Quelle: Pressedienst des Deutschen Bundestages