Männer werden doppelt so häufig sanktioniert wie Frauen
Männern im Hartz-IV-Bezug wird doppelt so oft das Geld gekürzt oder gestrichen wie Frauen. Der Grund sind Pflichtverletzungen. 77 Prozent der Fälle machten sogenannte Meldeversäumnisse
Männern im Hartz-IV-Bezug wird doppelt so oft das Geld gekürzt oder gestrichen wie Frauen. Der Grund sind Pflichtverletzungen. 77 Prozent der Fälle machten sogenannte Meldeversäumnisse
Nicht alle in Deutschland haben vom Beschäftigungsboom der letzten Jahre gleich profitiert. Trotz deutlichem Rückgang der Arbeitslosigkeit sind die Einkommen heute ungleicher verteilt als noch vor 20 Jahren. Die Ungleichheit hat zugenommen. In unteren Einkommensschichten sind Niedriglöhne und atypische Beschäftigung weiter verbreitet als früher, während reguläre Arbeitsverhältnisse in den oberen Einkommensschichten häufiger sind als vor 20 Jahren. Die Erwerbstätigkeit insgesamt stieg an, während sich Arbeitszeiten zunehmend ausdifferenzierten.
Die Veranstalter des Armutskongresses sehen Deutschland als ein gespaltenes Land. Jede und jeder Sechste ist von Armut und Ausgrenzung betroffen, während sich ein kleiner Teil der Gesellschaft finanziell immer weiter absetzt. Sie beklagen, dass das gesellschaftliche Gesamtvermögen zunehmend zulasten der Schwachen und zugunsten der Reichen verteilt wird. Den politischen Entscheidungsträgern wird fehlender Mut vorgeworfen, sich mit den Topverdienenden und Besitzenden großer Vermögen anzulegen. Dringend notwendige soziale Strukturveränderungen würden nicht entschlossen genug angegangen. Es fehle der Wille, Geld für eine offensive Sozialpolitik in die Hand zu nehmen. Eine Vielzahl von Verbänden hat sich daher zu einem gemeinsamen Aufruf entschlossen: Umsteuern: Armut stoppen – Zukunft schaffen Für sie ist die soziale Schieflage in Deutschland ist nicht hinnehmbar. Soziale Ungleichheit beeinflusst die gesellschaftlichen Entscheidungsprozesse und gefährdet die Demokratie. Daher fordern sie eine starke Sozialpolitik, eine Infrastruktur, die allen offen steht und den Mut, Reichtum dahin umzuverteilen, wo er dringend benötigt wird.
Rund 100 Tage vor der Bundestagswahl ruft UNICEF Deutschland die Parteien dazu auf, sich für das Recht aller Kinder in Deutschland auf faire Teilhabe einzusetzen. Denn leider ist Deutschland nicht für alle Kinder gerecht. Gerecht meint ein Aufwachsen in Freiheit und Verantwortung mit Möglichkeiten die Zukunft aktiv mitgestalten zu können. Als ein Indikator für „Gerechtigkeit“ wird in der Regel der Anteil der Kinder, die in relativer Armut leben – das heißt, denen weniger als 50 (relative Armut) oder 60 Prozent (Armutsgefährung) des Median-Einkommens zur Verfügung stehen – genannt. Er misst die allgemeine sozioökonomische Ungleichheit und die Verteilung des Wohlstands in der Gesellschaft. In einer Analyse für UNICEF Deutschland hat der bekannte Mikrosoziologe Professor Hans Bertram umfangreiche empirische Daten zum materiellen Wohlbefinden und zu Bildungschancen besonders benachteiligter Kinder (also derjenigen in relativer Armut oder in Armutsgefährdung) in Deutschland ausgewertet. Basis für seine Analyse sind u.a. das EU-Haushaltspanel und die EU-SILC-Daten von Eurostat sowie die Luxembourg Income Study und der Mikrozensus.
In den regierungsamtlichen Armuts- und Reichtumsberichten klaffen noch immer Lücken. Das wurde in einer öffentlichen Anhörung zum 5. Armuts- und Reichtumsbericht deutlich, die am Montag
Seit dem 1. April 2017 ist Detlef Scheele neuer Chef der Bundesagentur für Arbeit (BA). Er hat in seinem Antrittsinterview klar die Richtung aufgezeigt, wo
Mit Wirkung zum 1. April 2011 hat der Gesetzgeber durch die Änderungen des sogenannten „Regelbedarfsermittlungsgesetz“ (EGRBEG) geregelt, dass nahezu jedes nach den SGB II vergebene
Der Sozialstatus und das Bildungsniveau haben einer neuen Studie zufolge starken Einfluss auf die Lebenserwartung der Menschen. Nach Angaben des Berlin-Instituts für Bevölkerung und Entwicklung
Die religiöse Bindung hat in Deutschland offenbar einen starken Einfluss auf das soziale Verhalten. Das ist das Ergebnis eines datenjournalistischen Projektes des Mitteldeutschen Rundfunks anlässlich
Wie reich ist Deutschland? Und wie kann es sein, dass so viele junge Menschen von Armut betroffen sind? Dabei schreibt die Bundesregierung doch im fünften Armuts- und Reichtumsnbericht, wie vollständig ausreichend und wirksam ihre Maßnahmen zur Armutsbekämpfung sind. Prof. Michael Klundt von der Hochschule Magdeburg-Stendal räumt in seiner aktuellen Studie zur Kinderarmut und zum Reichtum in Deutschland mit dieser politischen Auffassung auf. Klundt fragt, was angesichts der Ursachen und Bearbeitungsformen sozialer Polarisierung, des gravierenden Ausmaßes und der dramatischen Folgen von Kinderarmut und Reichtum in Deutschland dringend unternommen werden werden muss. Die Studie leistet einen Debattenbeitrag zur gesellschaftlichen Auseinandersetzung um die Ursachen und Folgen von Kinderarmut.