Chancengerechtigkeit für alle jungen Menschen

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Auszüge aus den Forderungen der BAG KJS zu Bundestagswahl 2017:
Ausbildung für alle
Damit Jugendlichen Perspektiven eröffnet werden und Teilhabe an Gesellschaft ermöglicht wird, bedarf es einer qualitativ hochwertigen beruflichen Ausbildung. Laut Berufsbildungsbericht 2017 gab es im Jahr 2016 43.500 unbesetzten Ausbildungsstellen, dem gegenüber standen 20.600 unversorgte Bewerber/-innen. Eine gesetzlich geregelte Ausbildungsgarantie bietet vor allem denjenigen eine Zukunftsperspektive, die bisher von den positiven Entwicklungen auf dem Ausbildungs- und Arbeitsmarkt nicht profitieren konnten. Im Jahr 2016 waren 48 Prozent aller Arbeitslosen ohne Berufsausbildung, wie die Statistik der Bundesagentur für Arbeit belegt.

Die Basis für ein Leben ohne Armut und eine existenzsichernde Rente wird im ersten Drittel des Lebens gelegt. Um dauerhafte soziale Schieflagen durch fehlende Chancen für einen erfolgreichen Start in das Berufsleben zu vermeiden und gleichzeitig den Arbeitsmarkt durch ein ausreichendes Fachkräfteangebot zukünftig demographiefest zu machen, ist die Bereitstellung qualifizierter Ausbildungsmöglichkeiten als eine gesamtgesellschaftliche Aufgabe anzusehen. Eine Ausbildungsgarantie trägt dem Rechnung. ## Die BAG KJS fordert die gesetzliche Verankerung einer Ausbildungsgarantie im SGB III für alle Jugendlichen.
## Die BAG KJS fordert für alle jungen Geflüchteten den Zugang zu beruflicher Ausbildung unabhängig von Status, Bleiberecht und Aufenthaltstitel.

Jugendarmut bekämpfen
(…) Junge Menschen unter 25 Jahren haben die höchste Armutsgefährdungsquote. 25,5 Prozent der unter 25-Jährigen waren laut Statistischem Bundesamt im Jahr 2015 von Armut bedroht oder betroffen. Bei 18-Jährigen betrug die Armutsgefährdungsquote noch 19,7 Prozent. Aktuell gelten in Deutschland 2,5 Millionen Kinder und Jugendliche unter 18 Jahren als arm. Jedes fünfte Kind in Deutschland wächst in Armut auf. (…)

Die negativen Auswirkungen von Jugendarmut und mangelnden Chancen aufgrund sozialer Benachteiligung werden durch die Sanktionsvorschriften des SGB II für junge Menschen unter 25 Jahren weiter verschärft. Diese sehen, außer bei Meldeversäumnissen, Sanktionen von bis zu 100 Prozent der Geldleistung und bei wiederholten Vergehen nach § 31 SGB II auch die Streichung der Kosten der Unterkunft vor. (…) ## Die BAG KJS fordert die effektive Bekämpfung von Jugendarmut. Das gelingt u. a. durch eine passgenaue Förderung junger Menschen auf ihrem Weg in den Beruf. Dazu ist bundesweit eine rechtskreisübergreifende Kooperation (SGB II, III und VIII) in Form von Jugendberufsagenturen in kommunaler Trägerschaft erforderlich.
## Die BAG KJS fordert den Gesetzgeber auf, die verschärften Sanktionsregeln im SGB II für unter 25-Jährige abzuschaffen.
Integration junger Geflüchteter fördern
Die Integration junger Geflüchteter in unsere Gesellschaft ist eine langfristige Aufgabe. (…) Kurzfristige Fördermaßnahmen und solche, die undifferenziert alle gleichermaßen bedienen wollen, sind ungeeignet. Beim Zugang zu Leistungen wie den berufsvorbereitenden Bildungsmaßnahmen oder den ausbildungsbegleitenden Hilfen darf es keine Zweiklassen-gesellschaft geben. Eine Politik, die Geflüchtete in solche mit einer „guten“ und mit einer „schlechten“ Bleibeperspektive unterteilt, ist kontraproduktiv. Es besteht die Gefahr, dass jene mit einer schlechten Bleibeperspektive keinen Zugang zu Arbeit oder Ausbildung erhalten und dadurch in die Schwarzarbeit oder Kleinkriminalität gedrängt werden. Mit der Ausweitung der Zuständigkeit der Jugendmigrationsdienste (JMD) für junge Geflüchtete seit 2017 steigt die Zahl der Klient/-innen in der Beratung weiter an – und damit der Personalbedarf in den JMD. (…) ## Die BAG KJS fordert, jungen volljährigen Geflüchteten mit festgestelltem sozialpädagogischem Unterstützungsbedarf eine jugendhilfegemäße Unterbringung und Begleitung zu ermöglichen. (…)
## Die BAG KJS fordert gezielte Präventionsprogramme für junge Menschen gegen gruppenbezogene Menschen- und Demokratiefeindlichkeit in Einrichtungen und Diensten der Jugendsozialarbeit.
## Die BAG KJS fordert, die finanziellen Mittel des Bundes für die Arbeit der JMD kurzfristig auf 58 Mio. € aufzustocken und jährlich weiter auszubauen.”

Link: http://www.bagkjs.de/stellungnahmen_positionen

Quelle: BAG KJS

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