Bundeskabinett beschließt künftige Hartz IV-Regelsätze und Bildungspaket
Begleitet von deutlicher Kritik hat das Bundeskabinett den Gesetzentwurf zur Neuregelung der Hartz-IV-Sätze und zum geplanten Bildungspaket auf den Weg gebracht. Bundessozialministerin Ursula von der Leyen (CDU) sagte am Mittwoch, es sei gelungen, trotz immensen Zeitdrucks „die Regelsätze verfassungsfest zu berechnen“. Der Bundestag soll die Regelungen am 29. Oktober erstmals beraten. Wohlfahrtsverbände und Kommunen ebenso die Opposition bekräftigten ihre Kritik an den Hartz-IV-Regelsätzen. Die Ministerin bewertete es als „Riesenfortschritt“ für die Bildungs- und Aufstiegschancen bedürftiger Kinder, dass konkrete Unterstützung bei ihnen künftig zielgerichtet ankomme. Die neu bemessenen Regelsätze betragen bei Erwachsenen 364 Euro, 5 Euro mehr als bislang. Die Regelsätze für Kinder liegen je nach Altersstufe zwischen 215 und 287 Euro. Das entspricht den bisherigen Sätzen. Der Deutsche Caritasverband bemängelte, dass die Regelsätze für Kinder nicht angehoben würden. Als völlig unzureichend kritisierte der Paritätische Wohlfahrtsverband die Novellierung. Der Deutsche Städtetag bewertete das Bildungspaket positiv, beklagte aber Mehrbelastungen der kommunalen Haushalte durch Änderungen an den Hinzuverdienstregelungen bei Hartz IV. Der Sozialverband VdK hält das Bildungspaket für zu kompliziert. Damit sei die Förderung von Kindern mit Hartz-IV-Neuregelungen nicht gewährleistet.





