Elternarbeit in der Migrationsgesellschaft ist eine Frage der Haltung

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Elternarbeit in der Migrationsgesellschaft ist nicht nur eine Frage der richtigen Methode, sondern eine Frage der Haltung. Diese muss in den Blick genommen und verstanden werden. Grundlagen dafür stellt die Arbeitshilfe “Eine Frage der Haltung – Eltern(bildungs)arbeit in der Migrationsgesellschaft – Eine praxisorientierte Reflexionshilfe“, die zum Preis von 5,- Euro zzgl. Versandkosten bestellt werden kann, zur Verfügung:

  • Standards der Eltern(bildungs)arbeit,
  • die Situation der beteiligten Akteure,
  • Planungshilfen und Leitfaden für Projekte,
  • die Diskussion verschiedener Schlüsselthemen wie z.b. Sprachvermittlung, Kooperation mit Migrantenvereinen.

Differenzsensible und offene Perspektive Perspektive der Elternarbeit

Das erste Kapitel formuliert 13 Grundsätze zur Elternarbeit und stellt thesenhaft Qualitätsstandards vor, die Fragen der migrationssensiblen Haltung fokussieren anstatt Rezepte für richtiges Handeln geben zu wollen. Die Grundsätze sind einer differenzsensiblen und offenen Perspektive der Elternarbeit verpflichtet, die nicht auf Familien mit Migrationshintergrund beschränkt ist, sondern in ähnlicher Weise auch Familien ohne Migrationshintergrund einschließen kann. Das begründen die Autor/-innen u.a. mit der Heterogenität der Zielgruppe: „Oft sind es eher soziale als kulturelle oder migrationsbedingte Hintergründe, die eine “besondere” Herangehensweise begründen“. Konkret werden folgende Grundsätze vorgestellt:

  1. Repräsentation der Vielfalt als Einladung zur Partizipation
  2. Frühe Kontaktaufnahme und Beziehungsangebote
  3. Die Eltern sind Experten ihrer Situation
  4. Die Botschaft ist „Wir brauchen Euch.“
  5. Keine Fragen beantworten, die niemand gestellt hat.
  6. Eltern stärken
  7. Schlüsselpersonen sind wichtig
  8. Verständigung organisieren
  9. Familiensprachen anerkennen
  10. Die eigenen Konzepte sind nicht normal
  11. Elterliche Sorgen ernst nehmen
  12. Elternarbeit braucht Zeit
  13. Elternarbeit erfordert Selbstreflexion.

Was brauche ich? Was kann passieren?

In Planungshilfen finden sich Hinweise zur Vorbereitung von Elternprojekten, zu den nötigen Ressourcen und möglichen Fallstricken in der Praxis. In den einzelnen Unterkapiteln erhalten Lesende Informationen darüber, was zur Planung oder Weiterentwicklung der Elternarbeit wichtig ist:

  • Zielgruppe
  • Beteiligung der Eltern
  • Symbolische Repräsentation der Vielfalt
  • Wege der Werbung
  • Themen und Inhalte
  • Zeitpunkt und Ort
  • Gestaltung von Elternabenden und Veranstaltungen
  • Hausbesuche
  • Rahmenbedingungen und Kooperation.

Vom Blick auf die Praxis für die eigene Praxis lernen

“Praxisreflexionen” heißt das letzte Kapitel, in dem über konkrete Praxisberichte hinaus verallgemeinerbare Fragestellungen diskutiert werden. So zeigen die Autor/-innen nicht nur eine Vielfalt möglicher Arbeitsansätze auf, es werden auch Einflussfaktoren thematisiert, die für den Erfolg von Projekten der Elternarbeit entscheidend sind. Es werden Spannungsverhältnisse, Prozesse und mögliche Handlungsansätze vorgestellt, die zum Ausprobieren in der eigenen Praxis anregen.

Die Praxishilfe zur Elternarbeit steht im Zusammenhang mit dem Projekt „djela“ (Diakonische Jugendhilfe im Einwanderungsland) und dem daraus entstandenen Handbuch „Vergiss …, Vergiss nie, … – Jugendhilfe im Einwanderungsland“ (Rezension).

Quelle: Michael Tunç, socialnet rezensionen; Andreas Foitzik

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