Autor: Silke Starke-Uekermann

Die Schule als Startpunkt für die Gestaltung von Übergängen – Erkenntnisse aus Stuttgart

Das Deutsche Jugendinstitut (DJI) legt Erkenntnisse und Erfahrungen aus der Begleitung des Regionalen Übergangsmanagments in Stuttgart vor: Auch in Stuttgart ist für Jugendliche das Gelingen des Übergangs von der Schule in Ausbildung und in Erwerbsarbeit kein Selbstläufer, insbesondere für Jugendliche mit maximaler Hauptschulbildung. Obwohl die Region qualifiszierte Fachkräfte braucht, schließt ein Teil der jungen Generation keine Berufsausbildung ab. Und junge Menschen ohne Berufsabschluss tragen ein erhöhtes Risiko von wiederholter oder lang andauernder Arbeitslosigkeit. Darum ist es ein Ziel kommunaler Politik in Stuttgart, die Übergänge ins Arbeitsleben der Absolventinnen und Absolventen von Haupt-, Werkreal- und Förderschulen zu verbessern und Ausbildungslosigkeit zu verhindern. Seit 2007 führte das DJI ein Längsschnittuntersuchung zu den Bildungs- und Ausbildungswegen Stuttgarter Haupt- und Förderschüler/-innen durch. Die Untersuchung lieferte Informationen, welche Wege erfolgreich sind, welche Wege sich als Umwege oder Sackgasse erweisen und auf welchen Wegen ein erhöhtes Risiko für den Ausstieg aus dem Bildungssystem besteht.

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Etablierung und Weiterentwicklung. Was ist geplant?

Die Antwort der Bundesregierung auf eine Kleine Anfrage der LINKEN ist ernüchternd: Mit der geplanten Auflösung des Zentrums zur Entwicklung einer Eigenständigen Jugendpolitik scheint nicht nur ein wichtiger Akteur vor dem Aus, sondern das ganze Vorhaben. Das Zentrum zur Entwicklung einer Eigenständigen Jugendpolitik hat in einem mehrjährigen beteiligungsorientiertem Prozess unter Mitwirkung von Jugendlichen, Aktiven in der Jugendarbeit, Verbänden und dem Bundesjugendring Handlungsempfehlungen für die Politik entwickelt. Diese sollen zum 15. Kinder- und Jugendhilfetag Anfang Juni in Berlin vorgestellt werden, bevor das Zentrum planmäßig Ende August seine Arbeit einstellen soll. Zeitgleich sollte eine Allianz für die Jugend die Etablierung einer eigenständigen Jugendpolitik vorantreiben. Derzeit gibt es allerdings keine Planung, wie eine Allianz für die Jugend ausgestattet werden, arbeiten und wirken soll. Die Antworten des Familienministeriums auf die Fragen der LINKEN klingen eher nach Allgemeinplätzen als wirklich inhaltlich tragfähigen Aussagen. Wie Jugendpolitik als Eigenständige Jugendpolitik strukturell weiterentwickelt und umgesetzt werden soll, bleibt auch nach der Antwort der Bundesregierung offen.

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Hilft der Mindestlohn Aufstockern ihre Bedürftigkeit zu überwinden?

Das Institut für Arbeitsmarkt- und Berufsforschung legt eine Analyse zu den Auswirkungen des Mindestlohns auf Transferleistungen bzw. deren Bezieher vor: Können Aufstocker von einem gesetzlichen Mindestlohn von 8,50 Euro profitieren? Eher Nein. Der Mindestlohn hilft nur wenigen Aufstockern ihre Bedürftigkeit zu überwinden. 57.000 bis 64.000 hätten nach Einführung des Mindestlohns keinen Anspruch mehr auf Hartz IV. Ein Teil von ihnen würde stattdessen Wohngeld und Kinderzuschlag erhalten. Die mittel- oder längerfristigen Effekte des Mindestlohns auf die Situation der Aufstocker hängt entscheidend von der Entwicklung der Arbeitsnachfrage ab.

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Wie ist es um die Integrationsleistung in Deutschland bestellt?

Der Sachverständigenrat deutscher Stiftungen für Integration und Migration (SVR) legt sein fünftes Jahresgutachten zum Stand der Integration in Deutschland vor: Die Bilanz der vergangenen Jahre zeigt Fortschritte. Deutschland wandelt sich langsam zu einem modernen Einwanderungsland. Aber eine zuwanderungspolitische Gesamtstrategie lässt nach wie vor auf sich warten. Ebenso Verbesserungen im Bildungsbereich. Trotz zahlreicher Refomen bestehen die großen bildungspolitischen Herausforderungen weiter. Kinder und Jugendliche mit Migrationshintergrund werden immer noch benachteiligt. Sie schaffen viel seltner den erfolgreichen Einsteig in den Arbeitsmarkt. Das Grundproblem der mangelnden Durchlässigkeit des Bildungssystems hat sich in den letzten Jahren kaum verringert. Zeitgleich mit dem Gutachten veröffentlichte der SVR ein Integrationsbarometer. Dieses spiegelt die Meinung der Bevölkerung in Deutschland zum Stand der Integration wider. Dessen Ergebnisse zeigen, in Deutschland herrscht ein überwiegend positives Integrationsklima.

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Welchen Stellenwert räumt die duale Berufsausbildung der Inklusion ein?

Das Bundesinstitut für Berufsbildung (BIBB) legt eine Auswertung des BIBB Expertenmonitors 2013 vor. Befragt wurden Experten der Berufsbildung zur Umsetzung der Inklusion in der Berufsbildung. Dabei wird der Begriff Inklusion keineswegs einheitlich verstanden. In der deutschen Politik herrscht ein Inklusionsverständnis vor, dass sich vor allem auf Personen mit Behinderungen bezieht. Das Verständnis der UNSECO geht darüber hinaus und versteht Behinderung als soziale Kategorie, die alle Formen möglicher Behinderungen von sozialer Partizipation und gesellschaftlicher Teilhabe miteinbezieht. Dieses Verständnis übertragen auf die Berufsausbildung bedeutet, dass allen ausbildungsinteressierten Jugendlichen unmittelbar nach Verlassen der Schule eine vollqualifizierende Berufsausbildung angeboten werden müsste. Die befragten Experten befürworten überwiegend ein breites Inklusionsverständnis. Wobei sie grundlegende Veränderungen im Berufsbildungssystem eher skeptisch gegenüber stehen. Damit inklusive Berufsausbildung gelingt, werden in erster Linie Qualiätsverbesserungen im Bestehenden angestrebt. Die Realisierung inklusiver Berufsausbildung wird dadurch allerdings deutlich eingegrenzt.

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