Autor: Silke Starke-Uekermann

Wie erfolgreich sind Alphabetisierungskurse?

Studie „Aphapanel“ kommt zum Ergebnis, dass Alphabetisierungskurse nur begrenzte Erfolge erzielen: In der Selbsteinschätzung durch die Befragten verbessern sich die Fähigkeiten im Lesen und Schreiben meist deutlich. Die feststellbaren Lernfortschritte reichen jedoch nicht aus, um bei der Mehrzahl der Teilnehmenden ein schriftsprachliches Kompetenzniveau oberhalb des sogenannten funktionalen Analphabetismus zu erreichen. Es gibt sogar eine erhebliche Teilgruppe, die nach längerer Kursteilnahme keinen nennenswerten Lernfortschritt im Lesen oder Schreiben für sich sieht. Bei dauerhafter Teilnahme über längere Zeiträume von mehr als drei Jahren erscheint der Kursbesuch eher im Sinne einer sozialpädagogischen Betreuung wirksam als im Sinne größerer Lernfortschritte. Zweifellos muss das bisher relativ schwache Angebot ausgeweitet werden. Dabei muss das Lese- und Schreibenlernen ergänzt werden um Angebote, die stärker in der Arbeitswelt oder Stadtteilarbeit verankert sind. In den letzten Jahren wurden dazu erste Modelle erprobt, die weiter auszubauen sind.

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Vergabepraxis ändern, damit die Qualität den Ausschlag gibt

Kooperationsverbund Jugendsozialarbeit legt Positionspapier zur Veränderung der Vergabepraxis vor: vor dem Hintergrund neuer europäischer und nationaler Entwicklungen plädiert die Jugendsozialarbeit für Veränderungen bei Vergabeverfahren. Der Bundesrat befasst sich noch im September mit Änderungen der Vergabeordnung. Der Kooperationsverbund fordert ein dezentrales Vergabeverfahren einzuführen, dass tatsächlich ein fairer Wettbewerb um die Qualität von pädagogischen Förderangeboten entstehen kann und nicht letztendlich der niedrigste Preis entscheidet. Sowohl die Kompetenz der Träger als auch die angemessene Beteiligung der Jugendlichen bei der Leistungserbringung müssen berücksichtigt werden. Über transparente und objektive, gemeinsam festgelegte Prüfkriterien können Träger mit besonderer Erfahrung und Kompetenz mit der Förderung der jugendlichen Zielgruppe und in der regionalen Struktur langfristig beauftragt werden.

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Das Übergewicht beim Fordern führt zu Sanktionen

DGB legt Publikation zu Sanktionen im Hartz-IV-System vor: Für den DGB ist das deutliche Übergewicht beim Fordern einer der Hauptkritikpunkte am Hartz-IV-System. Das Konzept des „aktivierenden Sozialstaats“ geht davon aus, dass Arbeitslose „aktiviert“ werden müssten. Gleichsam wird unterstellt, dass die Arbeitslosen bisher nicht „aktiv“ genug waren. Damit wird das Problem der Arbeitslosigkeit individualisiert. Wenn die Arbeitslosen nicht das gewünschte Verhalten oder ausreichend Eigeninitiative zeigen wird bestraft, also sanktioniert. Dabei sind die Sanktionen schärfer als im Bundessozialhilfegesetz. Der DGB fordert eine grundlegende Überarbeitung der Sanktionen. Insbesondere darf es keine schärferen Regeln für Jugendliche geben.

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Das Programm „Kompetenzagenturen“ ein voller Erfolg

Bundesjugendministerium legt Abschlussevaluation zum Programm „Kompetenzagenturen“ vor: Das Programm Kompetenzagenturen übernahm in Landkreisen, Kommunen und Quartieren eine wichtige Funktion. Mit dem Handlungsansatz des Case Managements im weiteren Sinne wurden Jugendliche unterstützt, denen angesichts ihrer Problemlagen oftmals ohne Begleitung kein Übergang in den Beruf gelungen wäre. Die Kompetenzagenturen sind quasi „der doppelte Boden“ eines Hilfesystems. Ihnen gelang es, junge Menschen zu erreichen, die ansonsten durch alle Raster gefallen wären. Im Förderzeitraum 2008 bis 2013 gelang es rund 180 Kompetenzagenturen über 100.000 Jugendliche zu erreichen und individuell zu begleiten. Mit überaus gutem Ergebnis: Über 70% der Jugendlichen konnten die Unterstützung erfolgreich beenden. Den Kompetenzagenturen ist es grundsätzlich gut gelungen, vertrauensvolle Beziehungen zu anderen Akteuren in der Region aufzubauen, zwischen den Unterstützung anbietenden Akteuren zu vermitteln und ihr integriertes Zusammenwirken zum Wohl der jungen Menschen zu initiieren. Von besonderer Bedeutung war die enge Zusammenarbeit mit den Jugendmigrationsdiensten. Das aus Mitteln des Europäischen Sozialfonds finanzierte Programm läuft mit Ende der aktuellen ESF-Förderperiode am 31.12.2013 aus.

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