Autor: Silke Starke-Uekermann

Wird die Ausbildung junger Menschen mit Behinderung erschwert?

Menschen, für die aufgrund ihrer Behinderung keine Regelausbildung möglich ist, können eine Fachpraktiker-Ausbildung machen. Sie ist theoriereduziert und praxisnäher gestaltet als eine „normale“ Ausbildung. Die Ausbilderinnen und Ausbilder müssen dafür seit 2012 die „Rehabilitationspädagogische Zusatzqualifikation“ (ReZA) nachweisen. Vor allem für kleine und mittlere Betriebe kann das ein Problem sein, denn die Fortbildung dauert zwei Monate (insgesamt 320 Stunden). Die GRÜNEN haben Kritik der Betriebe zum Anlass genommen, um von der Bundesregierung zu erfahren, wie sie die Situation einschätzt. Außerdem wollen die GRÜNEN wissen, welche statistischen Erhebungen zur Erfassung der Ausbildungssituation behinderter Jugendlicher die Bundesregierung plant. Die GRÜNEN stellen zudem in Frage, ob die ReAZ einen Beitrag zur Inklusion leistet. Sie plädieren für eine Qualifizierung der Ausbilderinnen und Ausbilder, deren Inhalt und Umfang dem Alltag im Betrieb gerecht wird. Auf wenig praxisrelevante Inhalte, wie die Geschichte der Rehabilitation oder eine ausführliche Auseinandersetzung mit dignostischen Klassefizierungen, könnte verzichtet werden.

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Funktionaler Analphabetismus bei Jugendlichen in Einrichtungen der JBH

Praxiserfahrene Träger der Jugendsozialarbeit berichten immer wieder von auffällig vielen jungen Menschen, bei denen sie im Verlauf der Durchführung von (Aus-) Bildungsmaßnahmen erhebliche Schriftsprachdefizite bemerken. Sie vermuten, dass diese jungen Menschen von funktionalem Analphabetismus betroffen sind. Die Erfahrungen in der Praxis der Jugendberufshilfe bzw. in den niedrigschwelligen Maßnahmen der arbeitsweltorientierten Jugendsozialarbeit konnten bislang nicht auf einer gesicherten Datenbasis diskutiert werden. Zur wissenschaftlichen Abklärung der Vermutungen hat die Bundesarbeitsgemeinschaft örtlich regionaler Träger (BAG ÖRT) beim Zentrum für Forschung, Weiterbildung und Beratung an der ehs Dresden gGmbH (apfe Institut) eine Expertise in Auftrag gegeben. Auf Grundlage der im Rahmen der Expertise erhobenen Stichproben in den untersuchten Maßnahmen der Jugendsozialarbeit, können insgesamt 34 Prozent der Teilnehmenden dem funktionalen Analphabetismus zugeordnet werden. Dies sind mehr als doppelt so viele wie im Bevölkerungsdurchschnitt (14,5 Prozent).

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