Online-Erhebung der KU: Barrieren verstehen – psychische Gesundheit stärken!

Psychische Erkrankungen wie Depression, Angststörungen oder PTBS treten im Jugendalter häufig auf – besonders bei Jugendlichen mit Fluchthintergrund. Trotz gut ausgebauter Versorgungssysteme und hoher psychischer Belastung nehmen viele Jugendliche keine professionelle Hilfe in Anspruch. Aus diesem Grund haben Forschende der Katholischen Universität Eichstätt-Ingolstadt (KU) eine anonyme Online-Befragung erstellt, um die Barrieren in der Inanspruchnahme psychischer Gesundheitsversorgung näher zu untersuchen.

Hintergrund

In der Forschung bisher identifizierte Barrieren dafür sind u. a. eingeschränktes Wissen über psychische Erkrankungen und deren Behandlungsmöglichkeiten (Mental Health Literacy) oder Selbststigmatisierung im Umgang mit psychischer Belastung und der Inanspruchnahme psychologischer Hilfe.

Die Online-Befragung ist Teil der Studie „Barrieren in der Inanspruchnahme psychischer Gesundheitsversorgung: Selbststigma und Mental Health Literacy bei Jugendlichen mit und ohne Fluchthintergrund in der Jugendhilfe“.  Die Studie wird am Lehrstuhl für Klinische und Biologische Psychologie der Katholischen Universität Eichstätt-Ingolstadt unter der Leitung von Prof. Dr. Rita Rosner, Dr. Barbara Kasparik und Gabriel Thoma durchgeführt. Sie schließt an das Projekt BETTER CARE an und zielt darauf ab, die psychotherapeutische Versorgung von Jugendlichen und jungen Erwachsenen weiter zu verbessern.

Die Studie untersucht bei den Jugendlichen folgende Aspekte:

  • das Wissen über psychische Erkrankungen und Hilfsangebote (Mental Health Literacy)
  • das Ausmaß der Selbststigmatisierung
  • die Absicht, sich bei Problemen Hilfe zu holen (Hilfesuchverhalten)
  • den Zusammenhang zu aktuellen Symptomen psychischer Belastung (PTBS, Depression, Angst)

Mithilfe der Umfrage soll ein besseres Verständnis davon entstehen, wie diese Barrieren, die Inanspruchnahme professioneller Unterstützungsangebote beeinflussen, um diese Hürden in Zukunft durch gezielte Interventionen, wie z. B. digitale Aufklärungsangebote, abzubauen.

Ablauf der Befragung und Teilnahmevoraussetzungen

Die Studie wird in Form einer einmaligen Online-Befragung durchgeführt. Die Bearbeitung dauert ca. 20 bis 30 Minuten. Die Befragung besteht aus soziodemografischen Fragen zu Beginn, gefolgt von Fragen zum Wissen der Jugendlichen über psychische Erkrankungen und Hilfsangebote, sowie Fragen zum Ausmaß der Selbststigmatisierung, der Absicht sich Hilfe zu holen sowie Fragebögen zu aktuellen Symptomen psychischer Belastung.

Die Teilnahme ist über verschiedene Sprachversionen (Deutsch, Englisch, Arabisch, Farsi, Französisch) möglich. Für die Teilnahme an der Umfrage erhalten die Jugendlichen einen Wunschgutschein (www.wunschgutschein.de) im Wert von 20€.

  • Teilnehmen können Jugendliche und junge Erwachsene mit und ohne Fluchthintergrund von 16 bis 21 Jahren mit ausreichenden Sprach- und Lesekenntnissen in einer der angebotenen Sprachen.
  • Die Jugendlichen sollten in Besitz eines eigenen Geräts mit funktionierender Internetverbindung (Smartphone, Tablet oder Computer, o. Ä.) sein oder Zugang zu einem solchen Gerät haben. Vor Beginn der Befragung erhalten die Jugendlichen ausführliche Informationen zu den Hintergründen der Untersuchung und werden gebeten ihr Einverständnis zur Teilnahme zu geben.

Freiwilligkeit und Datenschutz

Die Teilnahme ist für die Jugendlichen freiwillig. Sie kann jederzeit ohne Angabe von Gründen beendet werden. Die Jugendlichen haben das Recht ihre Zustimmung auch in Zukunft zu widerrufen. Die erhobenen Daten werden dann gelöscht. Die erhobenen Daten werden pseudonymisiert und ausschließlich für wissenschaftliche Zwecke verwendet.

Am Ende der Befragung erhalten Teilnehmende Informationen zu psychosozialen Unterstützungsangeboten sowie Notfall- und Krisenkontakten – für den Fall, dass sie sich nach der Teilnahme belastet fühlen oder Unterstützung wünschen.

Weitere Informationen können dem Flyer des Forschungsprojekts entnommen werden.

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