Die Ausgabe des Newsletters vom 03.06.2026 bietet Rückblicke und Einblicke zur Arbeit und zu den Themen im Netzwerk der BAG KJS.
Liebe Leser*innen,
der Katholik*innentag in Würzburg hat Mut gemacht und Motivation für die weitere Arbeit gegeben. In dieser Hinsicht hat das Motto „Hab Mut, steh auf“ gewirkt. Das Netzwerk der BAG KJS ist in Veranstaltungen sichtbar geworden und konnte Kontakte in Kirche und Politik festigen. Silke Starke-Uekermann zieht eine positive Bilanz für die BAG KJS. Ebenso blicken die Kolleginnen Julia Schad-Heim, Susanne Nowak und Lynn Kriegs von IN VIA auf die Akzente der Jugendsozialarbeit zurück.
Weniger ermutigend ist das Ergebnis der UNICEF-Studie zum Kindeswohl. Deutschland als eines der – immer noch – wirtschaftlich stärksten Länder der Welt „leistet“ sich zunehmend Armut bei Kindern und Jugendlichen und nimmt ihnen Teilhabechancen. Silke Starke-Uekermann schreibt in ihrem Beitrag zur Studie richtigerweise: „Dieser Befund zeigt deutlich, dass soziale Gerechtigkeit nicht ausschließlich eine Frage fehlender Möglichkeiten ist, sondern auch politischer Prioritäten“. Und die müssten aus unserer Sicht deutlich zugunsten von jungen Menschen gesetzt werden.
Das zeigt sich auch beim Gefühl der Einsamkeit, das bei jungen Menschen wächst. Wir starten eine kleine Serie zur „Einsamkeit bei jungen Menschen“. Heute blickt Xenia Romadina darauf, wie Armut und Einsamkeit bei jungen Menschen wirken. Sie folgert: Wer Armut bekämpft, stärkt Zugehörigkeit, Gesundheit und demokratische Teilhabe. Und sie fordert: Junge Menschen brauchen Orte und Beziehungen gegen Einsamkeit sowie Rechte, die vor Armut schützen.
Rechte und Teilhabe an der Gestaltung von Künstlicher Intelligenz fordert auch Papst Leo XIV in seiner ersten Enzyklika „Maginifica Humanitas“. Felix Neumann hat für katholisch.de eine sehr lesenswerte Analyse der Schrift verfasst. Anhand der KI als Sozialer Frage unserer Zeit zeige der Papst, was es heute bedeute, die Gesellschaft christlich zu denken – und aufzubauen. Leo XIV wirbt eindringlich für eine Regulierung nach dem Solidaritätsprinzip. Solidarität verlange, „dass Entscheidungen in Bezug auf Daten, Algorithmen, Plattformen und Künstliche Intelligenz nicht nur den unmittelbaren Vorteil einiger weniger berücksichtigen, sondern auch die Auswirkungen auf die Gesamtheit der Völker und auf künftige Generationen“, schreibt Felix Neumann. Die Enzyklika beschränkt sich aber nicht auf Künstliche Intelligenz allein, sie wirbt auch eindringlich für ein friedliches Miteinander. Leo XIV unterbreitet fünf Vorschläge zum Handeln: „Worte entwaffnen, Frieden in Gerechtigkeit aufbauen, die Perspektive der Opfer einnehmen, einen gesunden Realismus pflegen, den Dialog und den Multilateralismus wiederbeleben.“ Vorschläge, die auch im Alltag der Jugendsozialarbeit Orientierung geben können.
Zum Abschluss noch drei Hinweise: Der Kooperationsverbund Jugendsozialarbeit hat die 35. Ausgabe der Zeitschrift „dreizehn“ veröffentlicht, die Texte beschreiben Suchbewegungen junger Menschen in unserer aktuellen Zeit. Als Ergebnis einer Fachtagung zum Schulabsentismus haben die Teilnehmenden einen Appell formuliert, der ein gemeinsames Handeln gegen Schulabsentismus fordert. Der Paritätische hat nach der Veröffentlichung der Kürzungsliste im Bereich der Kinder- und Jugendhilfe nun die Kampagne Sozialabbau stoppen gestartet, um gegen die Pläne zu protestieren.
Eine anregende Lektüre wünscht
Michael Scholl, Grundlagenreferent



