Editorial zum Newsletter vom 29.10.2026

Die Ausgabe des Newsletters vom 29.10.2026 bietet Rückblicke zur Arbeit und zu den Themen im Netzwerk der BAG KJS.

Liebe Leser*innen, 

der Kinder- und Jugendmedienschutz gewinnt politisch an Kontur. Am 14. Oktober 2026 hat die Bundesregierung Eckpunkte für den Schutz von Kindern und Jugendlichen in der digitalen Welt beschlossen. Sie basieren auf 56 Handlungsempfehlungen einer unabhängigen Expert*innenkommission und verbinden Schutz mit Befähigung und Teilhabe. Darin wird angekündigt, dass die Förderung der Medienkompetenz in der Jugendarbeit, Jugendsozialarbeit sowie Schulsozialarbeit integraler Bestandteil der Befähigung junger Menschen werden soll. Dritte Orte können hierzu einen wichtigen Beitrag leisten. Als niedrigschwellige Räume für Begegnung und Austausch eröffnen sie Bildungszugänge und fördern gesellschaftliche Teilhabe. Für die Jugendsozialarbeit bieten sie Anknüpfungspunkte, um Medienkompetenz lebensweltnah zu stärken und junge Menschen zu einer selbstbestimmten Nutzung digitaler Medien zu befähigen. Voraussetzung dafür sind zugängliche Räume, die Beteiligung junger Menschen ermöglichen, sowie verlässliche Rahmenbedingungen. Welche Potenziale Dritte Orte als Ankerpunkte für digitale Teilhabe und Befähigung bieten, diskutierte die BAG KJS bei der Zukunftswerkstatt der Bundeszentrale für Kinder- und Jugendmedienschutz. 

Welche gesetzlichen Rahmenbedingungen brauchen junge Menschen mit Unterstützungsbedarf für bessere Chancen auf einen Übergang in Ausbildung und Beruf? Mit konkreten Forderungen brachte IN VIA Deutschland im Netzwerk der BAG KJS die Expertise der Jugendsozialarbeit in die Anhörung zum SGB-III-Modernisierungsgesetz im Ausschuss für Arbeit und Soziales des Deutschen Bundestages ein. Um die gesetzlichen Grundlagen für Unterstützung und Teilhabe geht es auch bei der Reform der Kinder- und Jugendhilfe. Der Beitrag zum Kinder- und Jugendhilfestrukturreformgesetz gibt einen Überblick über den Stand der parlamentarischen Beratungen und die Positionierung der BAG KJS im laufenden Gesetzgebungsverfahren.  

Die Beratungen zum Bundeshaushalt 2027 werfen die Frage auf, welchen Stellenwert die soziale Absicherung junger Menschen in der Haushaltspolitik hat. Der Ratschlag Kinderarmut fordert in einem gemeinsamen Appell wirksame Maßnahmen gegen Jugendarmut und bessere Voraussetzungen für gesellschaftliche Teilhabe. Ein neues Gutachten des Instituts der deutschen Wirtschaft im Auftrag von UNICEF Deutschland beziffert die langfristigen wirtschaftlichen Folgen materieller und sozialer Benachteiligung von Kindern und Jugendlichen. Wer bei der Armutsbekämpfung spart, handelt kurzsichtig, denn die Folgen fehlender Chancen belasten nicht nur die betroffenen jungen Menschen, sondern die Gesellschaft insgesamt.  

Diese Ausgabe des Newsletters stellt Materialien aus dem abgeschlossenen Erasmus+-Projekt WAVE II vor,  die Fachkräfte der Jugendsozialarbeit bei der Demokratiebildung und der Stärkung demokratischer Teilhabe junger Menschen unterstützen 

Ich wünsche eine anregende Lektüre und neue fachliche Impulse für die Praxis. 

Özlem Tokyay

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