Caritas kritisiert geringe Chancengerechtigkeit in Deutschland

erlin, 21.2.31013: Beim Thema Chancengleichheit hat Deutschland seit Jahrzehnten enormen Nachholbedarf
Angesichts des Debattenverlaufs zum 4. Armuts- und Reichtumsbericht im Bundestag fordert Caritas-Präsident Peter Neher den Bericht jetzt endlich im Kabinett zu beschließen. Das dürfe nicht durch weitere Überarbeitungen und Streitigkeiten innerhalb der Bundesregierung verschleppt werden. Die Probleme seien bekannt. Gebraucht würden dringend verstärkte Anstrengungen, um endlich die Vererbung von Armut und mangelnde Bildungs- und Aufstiegschancen in Deutschland abzubauen.

Von Müttern, die keinen Schulabschluss oder einen Hauptschulabschluss haben, schafft es nur jedes zehnte Kind auf das Gymnasium. Jedes dritte Kind eines ungelernten Arbeiters wird ebenfalls ein ungelernter Arbeiter. Beim Thema Chancengleichheit habe Deutschland seit Jahrzehnten enormen Nachholbedarf, stellt Caritas-Präsident Neher fest.

Den Schlüssel zur Verbesserung sieht er in befähigenden Strukturen und solidarischem Handeln in unserer Gesellschaft: Jeder Mensch habe Talente und Fähigkeiten. Es gelte, Kindergärten, Schulen und auch die Sozialsysteme so zu gestalten, dass sie Menschen stärken. Die Gesellschaft müsss früh bei Kindern und Jugendlichen den Grundstein für die Möglichkeit des sozialen Aufstiegs legen.

Nachhilfe dürfe nicht nur für Kinder aus finanziell gut ausgestatteten Elternhäusern finanzierbar sein, sondern müsse verstärkt auch von Kindern genutzt werden können, deren Eltern Arbeitslosengeld II beziehen. Im Rahmen des Bildungs-und Teilhabepaketes sei aber eine Nachhilfeförderung nicht möglich, um eine bessere Schulartempfehlung zu erreichen. Handlungsbedarf besteht auch bei der immer noch zu großen Zahl von Schulabgängern ohne Abschluss. Hier brauche es ein verstärktes Engagement der Städte, Kreise und Gemeinden.

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