Autor: Silke Starke-Uekermann

Erwartungen an ein Bundesteilhabegesetz

Die Reform der Eingliederungshifle für behinderte Menschen ist eine wichtiges – für manche überfälliges – Vorhaben. Das damit verbundene Bundesteilhabegesetz wird mit Spannung erwartet. Der Deutsche Gewerkschaftsbund (DGB) sowie der Deutsche Verein (DV) haben Anforderungen an ein solches Gesetz formuliert. Für den DGB muss die Reform für die Zielgruppe nicht erwerbsfähige behinderte Menschen, die bislang im betreuten Wohnen (375.000 Personen) und in Werkstätten für behinderte Menschen (264.000 Personen) oder in Tagesförderstätten (26.000 Personen) Leistungen der Eingliederungshilfe durch das Sozialamt benötigen, ebenso zu deutlichen Teilhabeverbesserungen führen, wie für erwerbstätige Menschen mit Behinderung, die aufgrund der Kosten ihrer Behinderung diese Unterstützung in Anspruch nehmen. Der Deutsche Verein erwartet von einem Bundesteilhabegesetz, dass die gleichberechtigte, selbstbestimmte Teilhabe der Menschen mit Behinderung im Hinblick auf die UN-Behindertenrechtskonvention (BRK) weiter umgesetzt und ausgebaut wird. Sofern Teilhabe nicht durch generelle Maßnahmen hergestellt wird, sind individuelle Leistungen zur Überwindung von personenbedingten oder umweltbezogenen Barrieren in Betracht zu ziehen. Die Eingliederungshilfe steht als bedeutende Teilhabeleistung im Fokus. Sie ist als maßgebliches Instrument der selbstbestimmten Teilhabe am Leben in der Gemeinschaft daher im Sinne der BRK weiterzuentwickeln.

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Handlungsstrategien von Migrantinnen und Migranten auf den Weg in die Ausbildung

Das Deutsche Jugendinstitut hat seinen Forschungsschwerpunkt „Übergänge im Jugendalter“ die Übergangsbiografien von Jugendlichen und jungen Erwachsenen, auch die Strukturen und Institutionen, Politiken und sozialen Folgen der Veränderungen des Übergangssystems zum Gegenstand gemacht hat. In den Forschungsschwerpunkt eingebettet wurde „Die Bewältigung des Übergangs Schule-Berufsausbildung bei Migrantinnen und Migranten im Vergleich zu autochthonen Jugendlichen“ untersucht. Der Abschlussbericht widmet sich dem Thema der Gestaltung des Übergangs von jungen Migrantinnen und Migranten aus der Schule in die Berufsausbildung. Dabei wird auf das Zusammenspiel, von Kapitalienausstattung (vor allem sozialem und kulturellem Kapital) sowie individuellen Handlungsstrategien fokussiert.

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Selbstverständnis freier Katholischer Träger in Bayern

Eine große Zahl katholischer Träger wirken in Bayern mit einer teilweise langen Tradition an der Jugendsozialarbeit an Schulen (JaS) mit: an über 200 Schulen fast aller Schularten mit einer entsprechend großen Zahl von Fach- und Leitungskräften und dazu gehörenden Arbeits- und Trägerstrukturen. Die katholischen Träger leisten ihre Arbeit in der JaS gemäß § 4 SGB VIII subsidiär, auf Grundlage der Vorgaben in der entsprechenden Richtlinie des fördernden Ministeriums und in enger Abstimmung mit dem jeweiligen Träger der öffentlichen Jugendhilfe vor Ort sowie den jeweiligen Schulen. Neben der Orientierung an derartigen Leitlinien gibt es ergänzende Spezifika katholischer Träger, die aus ihrem christlichen, kirchengebundenen Selbstverständnis resultieren. Diese prägen und bereichern die Arbeit; sie stellen zugleich eine herausfordernde Selbstverpflichtung dar.

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Die Qualitätsmängel in der Ausbildung beheben

Der Deutsche Gewerkschaftsbund (DGB) legt seinen jährlichen Ausbildungsreport vor: Nach wie vor sind die Entwicklungen auf dem Ausbildungsmarkt und in der Praxis der Ausbildung schwierig. Fast 40 Prozent (38,1) der Auszubildenden leisten regelmäßig Überstunden, und zwar im Schnitt 4,3 Stunden je Woche. Über 15 Prozent bekommen dafür keinen Ausgleich, obwohl dies vorgeschrieben ist. Knapp ein Drittel aller Auszubildenden (31,1 Prozent) wird nicht regelmäßig von ihren Ausbildern betreut. Und selbst im dritten Ausbildungsjahr wissen immer noch mehr als 44 Prozent nicht, ob sie nach der Ausbildung übernommen werden. Dies sind einige Ergebnisse des DGB-Ausbildungsreports. Gut 27 Prozent der befragten Jugendlichen haben einen Migrationshintergrund. Sie sind in den Ausbildungsberufen mit den besten Bewertungen deutlich unterrepräsentiert. Überdurchschnittlich stark vertreten sind Migranten dagegen in jenen Berufen, die bei der Bewertung der Ausbildungsqualität tendenziell schlechter abschneiden: Jede/r Zweite lernt Zahnmedizinischer Fachangestellter, gefolgt von 40 Prozent in der Friseurausbildung. Außerdem finden Migranten viel seltener ihre Wunschausbildung. Und: Knapp ein Viertel (22,4 Prozent) von ihnen wurde aufgrund von Herkunft oder Staatsangehörigkeit in der Ausbildung schon einmal benachteiligt. Im vergangenen Jahr haben über 256.000 ausbildungsinteressierte Jugendliche keinen betrieblichen Ausbildungsplatz bekommen. Viele Hauptschüler bekommen gar keine Chance mehr, weil die meisten Ausbildungsplätze von vornherein für Realschüler oder Abiturienten ausgeschrieben werden. Auch wenn die meisten Auszubildenden mit ihrer Ausbildung zufrieden sind – es gibt erhebliche Unterschiede.

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