Position: Schulabsentismus verstehen und sinnvoll begegnen

Die BAG KJS setzt sich dafür ein, dass schulabsente junge Menschen frühzeitig Unterstützung erhalten und ihre Bildungs- und Teilhabechancen gesichert werden. Schulabsentismus kann das gesunde Aufwachsen junger Menschen erheblich beeinträchtigen. Hinter dem Fernbleiben vom Unterricht stehen häufig vielfältige persönliche, familiäre, schulische sowie soziale Belastungen. Schulabsentismus darf daher nicht allein als individuelles Problem junger Menschen oder ihrer Familien betrachtet werden.

Um Bildungswege und Teilhabe zu sichern, braucht es präventive Angebote und verlässliche Unterstützung. Schulsozialarbeit und schulbezogene Jugendsozialarbeit leisten dabei einen wichtigen Beitrag: Sie sind nah an den Lebenswelten junger Menschen, schaffen niedrigschwellige Zugänge zu ihren Angeboten, bauen tragfähige Beziehungen auf und können Problemlagen frühzeitig wahrnehmen. Damit sie diese Aufgabe erfüllen können, braucht es eine verlässliche und auskömmliche Absicherung. Gleichzeitig kann Schulabsentismus nur gemeinsam in multiprofessionellen Settings bearbeitet werden.

Bund, Länder und Kommunen sind gefordert, dafür die notwendigen politischen und strukturellen Rahmenbedingungen zu schaffen. Die BAG KJS fordert deshalb, Schulabsentismus als politisches Handlungsfeld anzuerkennen, Prävention sowie Schulsozialarbeit und schulbezogene Jugendsozialarbeit zu stärken und die verbindliche Zusammenarbeit von Schule, Jugendhilfe und Gesundheitswesen sicherzustellen.

Schulabsentismus muss auf allen politischen Ebenen entschiedener bekämpft werden

Die Bundesarbeitsgemeinschaft Katholische Jugendsozialarbeit (BAG KJS) fordert die Verantwortlichen im Bund, in den Ländern und den Kommunen dazu auf, den überall in Deutschland und in allen Schularten zunehmenden Schulabsentismus entschiedener als bisher zu bekämpfen. Das Thema muss sichtbar gemacht, Prävention gestärkt und Verantwortung übernommen werden.

Schulabsentismus, der bereits in der Grundschule beginnt, ist eine bundesweite bildungs- und sozialpolitische Herausforderung. Seine Ursachen sind vielschichtig und reichen von individuellen Belastungen über familiäre und soziale Faktoren bis hin zu strukturellen Bedingungen sowie Problemlagen im Bildungssystem. Schulabsentismus kann erhebliche Folgen für die Bildungs-, Entwicklungs- und Teilhabechancen junger Menschen haben: in ihrer Schullaufbahn und insbesondere auch mit Blick auf ihre Perspektiven im Anschluss an die Schule.

Ein sinnvoller Umgang mit Schulabsentismus erfordert deshalb, gemeinsam Verantwortung zu übernehmen – vor allem in Politik, Schule und Jugendhilfe. Bund, Länder und Kommunen sind dort gleichermaßen gefordert, die notwendigen strukturellen und fachlichen Rahmenbedingungen für seine Bekämpfung zu schaffen.

Drei zentrale Bausteine hierfür sind:

  1. Schulabsentismus sichtbar machen und als politisches Handlungsfeld anerkennen durch bundesweit einheitliche Verfahren zur Erfassung und Analyse von Fehlzeiten in den Schulen.
  2. Prävention stärken – Jugendsozialarbeit und Schulsozialarbeit ausbauen und absichern, damit junge Menschen und ihre Familien frühzeitig, niedrigschwellig und bedarfsgerecht unterstützt werden.
  3. Verantwortung gemeinsam wahrnehmen – Schule weiterentwickeln und multiprofessionelle Kooperation systematisch umsetzen, indem die Zusammenarbeit von Schule, Jugendhilfe, Eltern und weiteren Unterstützungssystemen verbindlich ausgestaltet und langfristig abgesichert wird.

Die Umsetzung dieser Forderungen auf Bundes-, Landes- und kommunaler Ebene ist eine zentrale Voraussetzung, um Schulabsentismus frühzeitig zu begegnen, Bildungsbiografien zu stabilisieren und die Teilhabechancen aller jungen Menschen zu stärken.

Die komplette Position steht hier als PDF zum Download zur Verfügung.

Text: Lynn Kriegs, Referentin und Projektleitung „Schule – ohne mich!?“ bei IN VIA Deutschland e.V. im Netzwerk der BAG KJS

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