Die Klimakrise ist inzwischen allgegenwärtig; Hitzeperioden, Rekordweite, Dürre und Waldbrände sind auch in Deutschland keine Seltenheit mehr. Besonders betroffen von den Folgen der Klimakrise sind junge Menschen. Kinder und Jugendliche sind im Vergleich zu Erwachsenen weltweit überdurchschnittlich häufig und deutlich länger von den Auswirkungen des Klimawandels betroffen. Junge Menschen leiden neben gesundheitlichen Folgen durch Hitze, Luftschadstoffe und längeren Pollensaisons auch unter psychischen Belastungen wie erhöhtem Stress, Sorgen und Ängsten sowie depressiven bis hin zu Traumafolgesymptomen. Dabei muss Klimaschutz auch immer als Frage sozialer Gerechtigkeit und Teilhabe mitgedacht werden, denn gerade junge Menschen aus sozialbenachteiligten Familien sind besonders stark von den Folgen betroffen.
Aufgrund dessen haben u. a. die Schader-Stiftung gemeinsam mit der Deutschen Allianz Klimawandel und Gesundheit e.V. – KLUG ein Positionspapier zum Kindeswohl in der Klimakrise veröffentlicht.
In dem Positionspapier wird die Klimakrise ausdrücklich als Frage des Kindeswohls und der Kinderrechte verstanden. Dabei richtet sich das Papier direkt an Bund, Länder und Kommunen mit diesen drei Hauptforderungen:
- Klimaschutz als Rechtspflicht einhalten und durchsetzen (Kindeswohl vorrangig bei klimarelevanten Entscheidungen berücksichtigen)
- Klimaanpassung an den Bedürfnissen von Kindern und Jugendlichen ausrichten (z.B. Maßnahmen zum Hitze- und Gesundheitsschutz an Schulen, Kitas, Jugendhilfeeinrichtungen)
- Echte Beteiligung von Kindern und Jugendlichen sicherstellen (UN-Kinderrechtskonvention Art. 12)
Die Aufgabe der Jugendsozialarbeit ist hierbei, die sozialen Folgen der Klimakrise aufzugreifen und junge Menschen in belasteten Lebenslagen bei Teilhabe, Bewältigung und Selbstbestimmung zu unterstützen. Klimaanpassungen sind demnach auch in Einrichtungen der Jugendhilfe mitzudenken, sodass den jungen Menschen eine hitzegeschützte und gesundheitsförderliche Umgebung zur Verfügung gestellt wird und sie aktiv in Entscheidungsprozesse einbezogen werden. Denn Beteiligung fördert das Selbstwirksamkeitserleben der Kinder und Jugendlichen, was einen zentralen Schutzfaktor darstellt.
Die Fachkräfte der Jugendsozialarbeit sind jedoch nicht allein verantwortlich, diese gesellschaftliche Krise aufzufangen. Die Verantwortung wird in dem Positionspapier deutlich beim Staat und der Gesellschaft gesehen, damit die Klimakrise das Wohl und die Rechte von Kindern und Jugendlichen nicht verletzten.
Zum vollständigen Positionspapier: Kindeswohl-Klimakrise-Positionspapier
Was genau junge Menschen und insbesondere junge Menschen in benachteiligten Lebenslagen brauchen, um trotz multipler Krisen gute Lebensperspektiven entwickeln zu können, kann in dem Positionspapier der BAG KJS von 2023 nachgelesen werden.



