Die Ausgabe des Newsletters vom 01.07.2026 bietet Rückblicke und Einblicke zur Arbeit und zu den Themen im Netzwerk der BAG KJS.
Liebe Leser*innen,
wider wissenschaftliche Erkenntnisse, praktische Erfahrung und gesellschaftliche Notwendigkeit stoppt das Bundesministerium für Bildung, Familie, Senioren, Frauen und Jugend (BMBFSFJ) zum Jahresende 2026 langjährige Programme, die unter anderem von der BAG KJS umgesetzt werden. Im jüngsten Schulbarometer beschreiben Lehrkräfte fehlendes respektvolles Miteinander in Schulen als wesentlichen Faktor für ihre Belastung. Trotzdem wird ein Programm wie Respekt Coaches beendet. Die Bund-Länder-Roadmap für bessere Bildung von BMBFSFJ und Kultusministerkonferenz räumt dem Erwerb bildungssprachlicher Kompetenzen sehr hohe Priorität ein – auch für spät zugewanderte Kinder und Jugendliche. Bund und Land werden diese gezielt fördern, heißt es. Trotzdem wird ein Programm wie die Bildungsberatung Garantiefonds Hochschule beendet.
Fachkräfte aus dem Programm Respekt Coaches und GF-H wehren sich deswegen und bitten darum, Petitionen zu unterstützen: Alle – auch überlastete Lehrkräfte – können sich an der Petition für Respekt Coaches beteiligen und die Petition zur Stärkung des GF-H im Sinne gelingender Integration ebenfalls zeichnen.
Gestrichen wird, weil gespart werden soll. Zugleich wird von Bund, Ländern und Gemeinden die Kinder- und Jugendhilfe insgesamt unter Spardruck gebracht. Erst durch den Entwurf für ein Kinder- und Jugendhilfestrukturreformgesetz (KJHSRG), zu dem die BAG KJS ausführlich Stellung bezogen hat. Und zusätzlich durch einen Beschluss der Ministerpräsident*innen der Länder, die das „Nachdenken“ im Kanzleramt kurz nach der Veröffentlichung des internen Papiers nun umsetzen. Wir haben die Beschlüsse der MPK genauer angeschaut.
Etwas erfreulicher lesen sich die Handlungsempfehlung der Unabhängigen Expertenkommission „Kinder- und Jugendschutz in der digitalen Welt“. Eine Altersgrenze von 13 Jahren ist als Option genannt, wird aber durch weitergehende Vorschläge nur bedingt als ideale Wahl beschrieben. Eine Bewertung mit Folgen für die Jugendsozialarbeit bieten wir in diesem Newsletter an.
Die nahende Sommerpause ist eine kleine Zäsur im Jahr, die zum Rückblick einlädt. Alexander Hauser und Silke Starke-Uekermann berichten über den Abschluss des Projektes Wave II, Özlem Tokyay vertieft die Auseinandersetzung mit den Potenzialen der Jugendmigrationsdienste in der Demokratiebildung. Und Xenia Romadina beschreibt im letzten Teil unserer kleinen Serie zur Einsamkeit den Zusammenhang von Einsamkeit, Social Media und Chatbots.
Ob es eine ruhige Sommerpause im Jahr der Reformen gibt, bleibt abzuwarten. Der Bundeshaushalt wird bald vorgelegt, die Ausgaben des Sozialstaates werden weiter ausgepresst wie Zitronen, die Hitzerekorde heizen die Debatten um den Klimawandel an. Es kann also sein, dass wir auch in den kommenden Wochen aktuelle Entwicklungen auf jugendsozialarbeit.news beschreiben und einordnen, vielleicht auch mal einen sommerlichen Newsletter zusammenstellen, bis ab Mitte August wieder regelmäßig Informationen im Postfach landen.
Dann wird darin ausführlicher über Veranstaltungen berichtet, zu denen ab jetzt bereits Anmeldungen möglich sind: Das Seminar „Wie geht Demokratie?“ zur Demokratiebildung in der Jugendberufshilfe am 08.10.2026 (14:00 bis 16:00 Uhr) sowie ein Fachtag zum Schulabsentismus am 25.11.2026 (10:30 bis 16:00 Uhr) in Frankfurt am Main.



