Demokratiebildung gemeinsam europäisch gestalten – Erasmus+ Projekt WAVE II erfolgreich abgeschlossen

Mit einem internationalen Begegnungsfest, afrikanischen Trommelklängen und zahlreichen Gelegenheiten zum Mitmachen endete Mitte Juni 2026 im Bürgerzentrum Köln-Bocklemünd/Mengenich das Erasmus+ Projekt WAVE II. Fachkräfte und Projektpartner*innen aus Deutschland, Griechenland, Italien und Serbien kamen zusammen, um auf zwei Jahre europäischer Zusammenarbeit zurückzublicken und die im Projekt entwickelten Ansätze der Demokratiebildung vorzustellen. Die Gäste konnten viele der Methoden selbst ausprobieren und erleben, wie Demokratiebildung durch Beteiligung, Kreativität und Austausch gelingen kann.

Die Abschlussveranstaltung fand bewusst im Bürgerzentrum Köln-Bocklemünd/Mengenich statt. Der Stadtteil ist von kultureller Vielfalt geprägt und steht beispielhaft für die Themen, mit denen sich WAVE II beschäftigt hat: gesellschaftliche Teilhabe, interkulturelles Zusammenleben und Chancengerechtigkeit. Antragstellerin und Gesamtkoordinatorin des Erasmus+ Projekts war die Bundesarbeitsgemeinschaft Katholische Jugendsozialarbeit (BAG KJS). Gemeinsam mit sechs weiteren Partnerorganisationen aus Deutschland, Italien, Griechenland und Serbien entwickelte das transnationale Projektnetzwerk (Partner – WAVE 4 Youthwork EU) im Rahmen von WAVE II neue Ansätze der Demokratiebildung für die Jugendsozialarbeit. Für Deutschland waren die Katholische Jugendagentur Köln, mit deren Jugendmigrationsdiensten und dem Verein Jama Nyeta eine Migrant*innenorganisation aus Köln, die Projektpartner.

Das Projekt knüpfte an das Vorgängerprojekt WAVE-YEU (2019–2022) an und verfolgte das Ziel, für und mit jungen Menschen – insbesondere jenen mit Migrationsgeschichte – im Rahmen von Jugendsozialarbeit passende Angebote der Demokratiebildung zu entwickeln und Fachkräfte als auch die Träger von Jugendsozialarbeit mit innovativen Methoden der Demokratiebildung zu unterstützen.

Junge Menschen sollten darin gestärkt werden, demokratische Teilhabe zu erleben und europäische Werte im Kontext von Jugendsozialarbeit zu reflektieren. Im Mittelpunkt standen die Themen Menschenwürde, Demokratie und Partizipation sowie Gleichheit und Nicht-Diskriminierung.

Während der zweijährigen Projektlaufzeit entstanden ein mehrsprachiger Videokurs für Fachkräfte, digitale Leitfäden und eine Methodensammlung mit fünf non-formalen Methoden der Demokratiebildung Downloads & Materialien – WAVE 4 Youthwork EU. Sie unterstützen Fachkräfte dabei, abstrakte Begriffe wie Menschenwürde oder Teilhabe über kreative Übungen erfahrbar zu machen. Eine der Methoden, „Jar of Dignity“, lädt die Teilnehmenden dazu ein, persönliche Erfahrungen mit Respekt, Ausgrenzung oder Anerkennung zu sammeln und gemeinsam zu reflektieren. Auf diese Weise werden Gespräche über demokratische Werte an die Lebenswelt junger Menschen angebunden.

Ein Herzstück des Projekts waren die sogenannten Experimental Labs. Hier wurden die Methoden gemeinsam mit jungen Menschen mit und ohne Migrationsgeschichte erprobt und weiterentwickelt. Die Jugendlichen waren nicht nur Teilnehmende, sondern brachten ihre Perspektiven und Erfahrungen aktiv in die Gestaltung der Materialien ein. Dieses gemeinsame Entwickeln sorgte dafür, dass praxisnahe Methoden entstanden, die sich unmittelbar in der Jugendsozialarbeit einsetzen lassen.

Wie diese Methoden funktionieren, konnten die Gäste der Abschlussveranstaltung selbst erleben. An mehreren Stationen führten Fachkräfte aus den Partnerorganisationen durch ausgewählte Übungen und luden dazu ein, sich mit Fragen von Demokratie, Beteiligung und Menschenwürde auseinanderzusetzen.

Den Rahmen der Veranstaltung bildete ein internationales Begegnungsfest. Gastgeberinnen waren Jama Nyeta und die KJA Köln. Mitglieder von Jama Nyeta hatten über mehrere Stunden ein internationales Buffet vorbereitet und sorgten damit für einen kulinarischen Höhepunkt des Tages. Musikalisch begleitet wurde das Fest von afrikanischen Trommeln sowie traditionellen Zupf- und Saiteninstrumenten. Zu den Gästen gehörten auch Vertreter*innen der Botschaft der Republik Mali. Ein besonderer Impuls kam von Manfred von Hebel, Geschäftsführer von der nationalen Erasmus+ Agentur JUGEND für Europa, der betonte, wie wichtig transnationale Erasmus+ Projekte wie WAVE II für die Weiterentwicklung von Demokratiebildung und politischer Bildung in der Jugend(sozial)arbeit und Europäischen Youth Work sind. Sein Wunsch: Europa braucht mehr Projekte wie WAVE II, die Fachkräfte und junge Menschen zusammenbringen und demokratische Werte praktisch erfahrbar machen.

Auch über das offizielle Projektende hinaus bleiben die Ergebnisse von WAVE II erhalten. Der Videokurs, die Methodensammlung und die digitalen Leitfäden stehen Fachkräften der Jugendsozialarbeit über die Projektplattform kostenfrei zur Verfügung und sollen dazu beitragen, Demokratiebildung und europäische Werte dauerhaft in der Praxis zu verankern.

Die Abschlussveranstaltung machte noch einmal deutlich, was WAVE II in den vergangenen zwei Jahren ausgezeichnet hat. Demokratie, Partizipation und europäische Werte wurden nicht nur theoretisch thematisiert, sondern durch gemeinsames Handeln, kreatives Lernen und internationale Begegnung erlebbar gemacht.

Autor*innen: Alexander Hauser, Themenfeldreferent „JSA & Europa“ im Netzwerk der BAG KJS, und Silke Starke-Uekermann, Referentin für Fachliches Controlling bei der BAG KJS

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