Wer vertritt die Interessen minderjähriger Flüchtlinge?

In Deutschland leben nach Erkenntnis von UNICEF „aktuell rund 65.000 minderjährige Flüchtlinge mit unsicherem Aufenthaltsstatus – darunter rund 2.500 Kinder und Jugendliche ohne Begleitung.“ Hierauf macht das von der AG Jugendfreizeitstätten Sachsen herausgegebene Fachmagazin für Kinder- und Jugendarbeit , „Corax“ (Chemnitz), aufmerksam. In einem Artikel der Autorin Linda Booz (Deutsche Kinder- und Jugendstiftung) heißt es, als größte Herausforderung für die Bewältigung der daraus erwachsenden Probleme erweise sich „die Aufsplitterung der behördlichen Verantwortung“. Sowohl den Geflüchteten als auch den mit ihnen arbeitenden Fachkräften mangele es häufig an einem „strukturierten Zugang zu Informationen“. Bund, Land und Kommunen arbeiteten in diesem Feld, nicht immer zum Wohl der Kinder und Jugendlichen. Die verschiedenen Ressorts – Bildungssektor, Kinder- und Jugendhilfe, Soziale Unterstützungssysteme, Ausländerämter usw. – fühlten sich nur für Einzelfragen verantwortlich. Booz bemängelt, es gäbe auf keiner Ebene der behördlichen Instanzen ein Ressort ‚Flucht und Migration‘. Aber genau das sei notwendig, um minderjährige Flüchlinge adäquat betreuen und ihre Interessen vertreten zu können.

Die Autorin fordert eine „ressortübergreifende Zusammenarbeit“. In Deutschland mangele es an einer „starken Lobby“, die die Interessen unbegleiteter minderjähriger Flüchtlinge sowie die von geflüchteten Kindern und deren Familen vertreten.“

Quelle: jugendpolitischerdienst

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