BDKJ fordert mehr Einsatz im Kampf gegen Jugendarmut

Die Bundesvorsitzende des BDKJ – Ursula Fehling – hatte in der 34. Ausgabe der evangelischen Wochenzeitung „die Kirche“ die Situation Jugendlicher in Deutschland in Bezug auf die Jugendkrawalle in England kommentiert.

Auszüge aus dem Kommentar „Sozialer Sprengstoff“:
„„London brennt – Berlin pennt“ – so war es diese Woche auf einer Hauswand in Kreuzberg zu lesen. Aber wer schläft da in Berlin, welche Entwicklungen werden verschlafen? Ob Paris 2005 oder 2007, Athen 2008 oder in diesen Tagen in England. Jugendkrawalle anderswo werden reflexartig kommentiert, so etwas sei bei uns nicht denkbar, die Integration der Jugendlichen mit Migrationshintergrund sei weiter fortgeschritten. So auch in den letzten Tagen Innenminister Hans-Peter Friedrich. Fakt ist, dass es auch in Deutschland immer mehr sozialen Sprengstoff gibt, da ein Teil der jungen Generation abgehängt und von Teilhabe an der Gesellschaft weitgehend ausgeschlossen wird.

… In Deutschland gibt es derzeit keine sichtbar hohe Zahl gewaltbereiter Jugendlicher. Aber wenn das so bleiben soll, müssen wir jetzt etwas tun, nicht erst, wenn es zu spät ist. Die jüngst vom Statistischen Bundesamt veröffentlichten Zahlen belegen die Mahnung: 2,1 Millionen unter 18-Jährige sind in Deutschland von Armut bedroht. Betrachtet man die 15- bis 24-Jährigen, sind sie mit knapp 25 Prozent die Gruppe mit der höchsten Armutsrisikoquote. Jugendliche tragen im reichen Deutschland das höchste Armutsrisiko.

Jugendarmut muss überhaupt erst einmal wahrgenommen werden. Während es bei Kinderarmut eine steigende gesellschaftliche Aufmerksamkeit gibt, wird Jugendarmut kaum registriert. Sie wird regelrecht verschwiegen und die strukturellen Ursachen verschleiert. Bei Jugendarmut handelt es sich um ein eigenständiges Phänomen in einer wichtigen Lebensphase mit entscheidenden Umbrüchen. Die Problematik wird aktuell dadurch verschärft, dass Angebote der Jugendarbeit den Sparmaßnahmen zum Opfer fallen, Qualifizierungsmaßnahmen zur Integration in den Arbeitsmarkt werden im Rahmen der Sparvorgaben massiv gekürzt.

Wir vom BDKJ fordern als katholische Jugendverbände von Politik, Wirtschaft und Gesellschaft mehr Einsatz im Kampf gegen Jugendarmut und mehr Investition in Prävention. … Geeignete Lösungsansätze zur Bekämpfung der Jugendarmut und Eröffnung von Perspektiven für alle Jugendlichen sind die Einführung eines Kinder- und Jugendgrundeinkommens, Kostenfreiheit in allen Bildungsbereichen und die Umsetzung eines Rechts auf Ausbildung für alle.Mehr Prävention, mehr Aufmerksamkeit, mehr Anstrengung sind das Gebot der Stunde.“

www.die-kirche.de
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Quelle: www.die-kirche.de

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