Ein-Euro-Jobs sind eine bedeutende Fördermaßnahme im Rechtskreis des SGB II. Mit ihr soll die Beschäftigungsfähigkeit von ALG-II-Beziehern mit besonders geringen Beschäftigungsaussichten verbessert werden. Das Institut für Arbeitsmarkt- und Berufsforschung (IAB) hat die langfristigen Wirkungen einer Teilnahme an Ein-Euro-Jobs untersucht. Ein-Euro-Jobs können die Eingliederungschancen der Maßnahmeteilnehmer langfristig steigern. Vergleichsweise hohe positive Wirkungen treten in Einsatzfeldern auf, deren Beschäftigung sich sehr gut entwickelt.

Langfristig eine positive Wirkung

Die Arbeitsmarktforscher Markus Kiesl und Joachim Wolff kommen in ihren Untersuchungen zu dem Ergebnis, dass die Ein-Euro-Job-Förderung für die meisten Teilnehmenden mittel- bis langfristig eine positive Wirkung auf ihre Eingliederungschancen und Erwerbseinkommen entfaltet. Die Teilnahmeeffekte von Frauen in Westdeutschland fallen diesbezüglich am größten aus und treten vergleichsweise früh, etwa zwei Jahre nach Förderbeginn, auf. Der Durchschnitt der teilnehmenden Männer in Ostdeutschland weist im gesamten Beobachtungszeitraum nach Förderbeginn ein geringeres Beschäftigungs- und Einkommensniveau auf als die Vergleichsgruppe der ähnlichen Nichtteilnehmer.

Wirksamkeit hängt von der Entwicklung in ähnlichen Wirtschaftszweigen ab

Die Analyse nach Einsatzfeldern der Ein-Euro-Jobs liefert Hinweise darauf, dass die Wirksamkeit der Förderung von der Entwicklung der Arbeitsnachfrage in ähnlichen Berufsgruppen oder Wirtschaftszweigen beeinflusst wird. Positive Teilnahmeeffekte treten insbesondere bei Frauen in den Einsatzfeldern Gesundheit und Pflege sowie Kinderbetreuung und Jugendhilfe auf. Der dazugehörige Wirtschaftszweig Gesundheits- und Sozialwesen ist deutlich von Frauen dominiert und erfuhr im Beobachtungszeitraum zwischen den Jahren 2007 und 2013 ein überdurchschnittliches Wachstum.

Negative Eingliederungseffekte liegen dagegen für Männer in Ostdeutschland vor, die mit Ein-Euro-Jobs in den Einsatzfeldern Umweltschutz und Landschaftspflege sowie Infrastrukturverbesserung gefördert wurden. Da in Ostdeutschland in den Jahren nach der Wiedervereinigung viele Arbeitsbeschaffungs- und Strukturanpassungsmaßnahmen in diesen Tätigkeitsbereichen eingesetzt wurden, könnte sich dieser Befund durch die geringe Arbeitsnachfrage nach regulärer Beschäftigung in diesen Einsatzfeldern erklären.

Die Studie des IAB lesen Sie unter  http://www.iab.de/194/section.aspx/Publikation/k180321302

Quelle: Institut für Arbeitsmarkt und Berufsforschung