Die Bertelsmann Stiftung spricht davon, die Situation auf dem Ausbildungsmarkt sei paradox und plädiert für ergänzende öffentlich geförderte Ausbildungsplätze. Deutschland hat 2,1 Millionen junge Ungelernte – so viele wie noch nie. Diese Zahl könnte noch weiter steigen, denn trotz vieler unbesetzter Ausbildungsstellen bleiben jedes Jahr zahlreiche junge Menschen ohne Ausbildung. Während in bestimmten Berufen und Regionen Ausbildungsplätze nicht besetzt werden können, bleiben gleichzeitig eine noch größere Zahl an Ausbildungssuchenden beim Bemühen um eine Ausbildungsstelle erfolglos. In einer solchen Situation sollte der Staat das betriebliche Ausbildungsangebot durch öffentlich geförderte Beschäftigung temporär ergänzen, um allen Jugendlichen garantiert einen Ausbildungsplatz anbieten zu können. Dazu hat die Stiftung ein Konzept vorgelegt, dass die zentralen Gestaltungsfaktoren öffentlich geförderter Beschäftigung beschreibt.

Alle Jugendlichen in Ausbildung bringen – wie geht das?

Das Konzeptpapier ‘Alle Jugendlichen in Ausbildung bringen – wie geht das?’ skizziert die zentralen Gestaltungsfaktoren ergänzender, öffentlich geförderter Beschäftigung. Für die Umsetzung in der Praxis werden verschiedene Gestaltungs- und Realisationsvarianten angenommen.

In einzelnen Unterkapiteln wird vor diesem Hintergrund erläutert,

  • für welche Jugendlichen eine öffentlich geförderte Ausbildung in Frage kommt,
  • wie das Ausbildungsangebot gestaltet sein sollte, damit die Übergänge in die betriebliche Ausbildung gelingen können,
  • welche Ausbildungsberufe im Rahmen der öffentlich geförderten Berufsausbildung angeboten werden sollen,
  • welche Einrichtungen als Bildungsträger fungieren können und
  • wie die Nachrangigkeit der geförderten Ausbildung sichergestellt werden kann.

Darüber hinaus enthält das Papier Überlegungen zur Finanzierung sowie Praxisbeispiele zur „Berufsausbildung in außerbetrieblichen Einrichtungen (BaE)“, der „einjährigen Berufsfachschule (1BFS) in Baden-Württemberg“, der „Berufsqualifizierung (BQ) in Hamburg“ und dem „Ausbildungsprogramm NRW 2018-2021“.

Quelle: Bertelsmann Stiftung