Zweifellos sind internationale bzw. grenzüberschreitende Maßnahmen für junge Menschen die direkteste und wirkungsvollste Art, Europa zu erfahren und über Europa zu lernen. Dennoch, die Möglichkeiten und Chancen, vor Ort in den Einrichtungen der Jugendsozialarbeit über Europa und die Europäische Union zu lernen, sollten ebenso ein Bestandteil sozialer Arbeit mit jungen Menschen sein. Lernen über Europa und die EU, wenn es didaktisch adäquat aufgearbeitet ist, bedeutet immer auch die Vermittlung europäischer Werte und fördert die Demokratiebildung. Darüber hinaus bietet europapolitische Bildungsarbeit die Chance, auf ein internationales Mobilitätsangebot vorzubereiten. In der Europa-Ausgabe der Dreizehn beschreibt Alexander Hauser zwei praxiserprobte Konzepte der europapolitischen Jugendbildung. Europa in die Einrichtungen der Jugendsozialarbeit holen – spielerisch kann das so einfach sein. Die Beispiele regen zum Mitmachen bzw. Nachahmen an. Die Dreizehn ist die Zeitschrift für Jugendsozialarbeit und wird von Kooperationsverbund Jugendsozialarbeit heraus gegeben.

Wir lernen Europa – „Europaseminare“

Ausgangsidee für dieses Angebot der europapolitischen Bildungsarbeit war eine Angebotsreihe des Kölner Diözesan-Caritasverbandes. Dort wurde vor ca. zwei Jahren damit begonnen, in Einrichtungen für die Teilnehmenden an Maßnahmen, Angeboten und Projekten ein Seminar zu Europa anzubieten. Sie erhielten im Rahmen eines einfach strukturierten, didaktisch wohldurchdachten und auf die verschiedenen Zielgruppen zugeschnittenen Seminarangebotes die Gelegenheit, sich mit dem Thema Europa und Europäische Union auseinanderzusetzen.  Die Jugendsozialarbeit in katholischer Trägerschaft hat diese Idee aufgegriffen und für bildungsbenachteiligte Jugendliche bisher drei solcher niederschwelligen Seminare angeboten. Die Teilnehmenden, welche sich fast alle in Maßnahmen der Jugendberufshilfe befanden, waren nach anfänglicher Skepsis mit Interesse und schließlich auch mit Begeisterung dabei. Die Veranstaltungen belegen, das Thema Europa und europäische Werte können in einem solch temporären Angebot an junge Menschen vermittelt werden.

European Play Day – spielerisch Europa erfahren

Im Dezember 2018 organisierte die BAG Katholische Jugendsozialarbeit zusammen mit dem YES Forum in Köln einen sogenannten „European Play Day“. Hier konnten Fachkräfte der Jugendsozialarbeit und Jugendarbeit konkret erfahren, wie mit spielerischen Methoden und Mitteln politisches Lernen über die EU bzw. Europa möglich ist. Neben dem praktischen Ausprobieren wurde Raum zur fachlichen Diskussion und Reflexion gegeben, wie z. B. die erprobten Spiele im Alltag der Jugendsozialarbeit eingesetzt werden können. Die teilnehmenden Fachkräfte zogen die Schlussfolgerung: Die Spiele vermitteln viel Spaß und Leichtigkeit im Lernen über Europa. Wichtig ist, die geeigneten Methoden und Formen zu kennen und auszuprobieren.  Spiele bzw. Planspiele sind eine geeignete Methode, um über politische Beteiligungsmöglichkeiten zu informieren und dafür zu sensibilisieren. Durch geeignetes Spielmaterial kann man auch im Rahmen von Angeboten der Jugendsozialarbeit komplexe politische Strukturen durchschaubar machen und junge Menschen für europapolitische Bildung erreichen. Europa spielend zu erfahren weckt Begeisterung für Europa und macht Spaß!

Europa in die Einrichtungen der Jugendsozialarbeit holen: Mehr zu den erprobten Spielen und Europa-Seminaren lesen Sie in der Dreizehn. Alexander Hauser arbeitet für die BAG KJS als Fachreferent Jugendsozialarbeit & Europa.

Quelle: BAG KJS; Dreizehn