Um sich auf dem Arbeitsmarkt zu etablieren, um Beschäftigung zu sichern, um den technischen Entwicklungen folgen zu können …sind nur einige Gründe für die Teilnahme an Weiterbildungen. Doch werden diese genutzt? Und wenn ja von wem? Und unter welchen Voraussetzungen? Diese Fragen will der Deutsche Weiterbildungsatlas beantworten. Erstmalig wird damit gezeigt, wie sich die Teilnahme und das Angebot an Weiterbildung regional unterscheiden. Dazu wurde Deutschland in 96 Regionen unterteilt. 66 Regionen nutzen das Weiterbildungspotential – 17 Regionen bleiben deutlich hinter den Möglichkeiten zurück.

Aber fast allen Regionen gemeinsam ist, dass Geringqualifzierte in der Weiterbildung konstant abgeschlagen sind. Ihre Teilnahme fällt deutlich geringer aus, als bei Höherqualifizierten. Personen mit Ausbildungs- oder Hochschulabschluss haben eine dreimal so hohe Teilnahmequote wie Geringqualifzierte. Die mittlere Teilnahmequote unter den gering qualifizierten Personen in Deutschland beträgt 6,7 Prozent. Diejenige von Personen mit Berufsabschlüssen liegt mit 22,5 Prozent um mehr als das Dreifache darüber.

Die vergleichsweise niedrige Teilnahme Geringqualifizierter an Weiterbildung findet sich in allen Bundesländern. Dennoch unterscheiden sich die Quoten. Den geringsten Wert verzeichnet mit einer Teilnahmequote von 5,5 Prozent das Land Nordrhein-Westfalen, den höchsten Thüringen: Hier bilden sich im Schnitt 8,5 Prozent der Geringqualifizierten weiter. Obwohl Ost und West unterschiedliche Anteile Geringqualifizierter an der Gesamtbevölkerung aufweisen, unterscheiden sich die Teilnahmequoten für Geringqualifizierte in allen Bundesländern nur geringfügig. Eine höhere Anzahl geringqualifizierter Menschen in den westlichen Bundesländern geht also offensichtlich nicht einher mit einer verstärkten Teilnahme dieser Gruppe an Weiterbildung.

Geringqualifizierte stellen für die zukünftige ökonomische Entwicklung Deutschlands ein bedeutendes Potenzial dar. Angesichts der demographisch bedingten Überalterung unserer Gesellschaft brauchen wir qualifizierte Menschen, mit denen der fortschreitende Wandel zur Wissens- und Informationsgesellschaft auch wirklich gelingt.

Verbessern kann man die Teillnahmequote am Besten vor Ort. Dazu ist ein Zusammenspiel der lokalen Wirtschaft, der Weiterbildungsanbieter, der Arbeitsagenturen und Jobcenter sowie einer unabhängingen Bildungsberatung notwendig. Im ersten Schritt sind die Bedürfnisse und Potentiale der Geringqualifzierten zu identifizieren. Im zweiten Schritt die Bedarfe der Wirtschaft festzustellen. Im dritten Schritt sollten an den Potentialen ausgerichtete bedarfsorientierte Weiterbildungsangebote vermittelt werden.

Für diejenigen, die sich selber schlau machen möchten, bietet das “InfoWeb Weiterbildung” die Suche in rund 100 Datenbanken an. Es ist jetzt auch in 90 Sprachen nutzbar, darunter in Englisch, Französisch und Spanisch, traditionellem und vereinfachtem Chinesisch, Arabisch, Hindi, Russisch und Türkisch. Damit wendet sich die Metasuchmaschine für Weiterbildungsangebote auch an eine internationale Nutzerschaft, die von EU-Bürgerinnen und EU-Bürgern über Weiterbildungsinteressierte in der ganzen Welt bis hin zu Flüchtlingen reichen kann. ”

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Quelle: Bertelsmann Stiftung; Deutscher Weiterbildungsatlas