Stärkung der Bildungsgerechtigkeit durch die Bundesregierung

Beiträge der Bundesregierung zur Stärkung der Bildungsgerechtigkeit – Auszüge aus der Antwort auf eine Kleine Anfrage:

Verbesserter Bildungsstand
Der aktuelle Bildungsbericht 2016 zeigt, dass sich der Bildungsstand in den vergangenen Jahrzehnten kontinuierlich verbessert hat; dazu tragen auch die Flexibilität und Durchlässigkeit des Schulsystems im Hinblick auf höhere Schulabschlüsse bei. Der Anteil der Schüler ohne Schulabschluss geht weiter zurück. Vielfach ist es gelungen, die Kluft bei den Bildungschancen zu verringern, z. B. zwischen Kindern und Jugendlichen mit und ohne Migrationshintergrund. (…)

Non-formale Lernwelten ## Mit dem Programm „Kultur macht stark. Bündnisse für Bildung“ fördert das Bundesministerium für Bildung und Forschung (BMBF) außerschulische Maßnahmen der kulturellen Bildung für bildungsbenachteiligte Kinder und Jugendliche von 3 bis 18 Jahren. Dazu gehören Projekte zur Leseförderung, Ferienfreizeiten, Musik-, Tanz-, Theater- oder Zirkusprojekte. Die Maßnahmen werden im Rahmen von Bündnissen für Bildung auf lokaler Ebene durchgeführt, d. h. mindestens drei Akteure (z. B. Theater, Museen, Bibliotheken) haben sich zu einer Bildungskooperation zusammengeschlossen. Zielgruppe von „Kultur macht stark“ sind Kinder und Jugendliche, die gemäß dem Nationalen Bildungsbericht für Deutschland in so genannten Risikolagen leben (…). Seit Beginn des Programms Anfang 2013 wurden bundesweit rund 12.700 Maßnahmen durchgeführt. Nach aktuellem Stand (1. Mai 2016) werden knapp 400.000 Kinder und Jugendliche in den Projekten erreicht. „Kultur macht stark“ hat eine Laufzeit von fünf Jahren. Das BMBF stellt dafür bis zu 230 Mio. Euro bereit. (…)
##Die Verbindung von formalen und non-formalen Lernwelten, von Unterricht und außerunterrichtlichen Bildungsangeboten ist das Herzstück der Ganztagsschulen. Mit der Förderung des Programms „Ganztägig lernen“ (2004 bis 2015) wurden wesentliche Impulse für die qualitative Weiterentwicklung der Ganztagsschulen und den Ausbau der Unterstützungssysteme gesetzt. Aufgrund der Zuständigkeit der Länder für das Schulwesen wird dieses Programm seit 2016 in Verantwortung der Länder fortgesetzt.
Stigmatisierung durch das Bildungs- und Teilhabepaket
Die Bundesregierung teilt die Auffassung, dass das Bildungs- und Teilhabepaket zu einer Stigmatisierung führe, nicht. Die Bildungs- und Teilhabeleistungen werden grundsätzlich nicht als Geldleistung, sondern als Sachleistung über Gutscheine oder Direktzahlung an den Leistungsanbieter erbracht. Hierdurch soll erreicht werden, dass die Leistungen tatsächlich beim Kind ankommen. Es ist richtig, dass die Bedarfsdeckung der begünstigten Kinder insofern nicht gänzlich anonym erfolgen kann. Eine diskriminierende Stigmatisierung ist hierin jedoch nicht zu erkennen. (…)

Bildungsgerechtigkeit in der beruflichen Ausbildung erhöhen ## Die Bundesregierung hat in dieser Legislaturperiode die bereits eingeleiteten Maßnahmen zur Erhöhung der Bildungsgerechtigkeit im Bereich der beruflichen Ausbildung fortgeführt und weiter ausgebaut. Zentrales Instrument ist die Initiative „Abschluss und Anschluss – Bildungsketten bis zum Ausbildungsabschluss“. Diese Initiative, die konzeptionell verschiedene Förderprogramme und Maßnahmen zusammenbindet, wurde 2010 gestartet. Zu ihr trägt auch das Berufsorientierungsprogramm in überbetrieblichen und vergleichbaren Berufsbildungsstätten (BOP) bei, das bereits 2008 erstmalig aufgelegt wurde. Im Rahmen der Initiative hat die Bundesregierung auch das ESF-Bundesprogramm Berufseinstiegsbegleitung aufgelegt, um förderungsbedürftige junge Menschen individuell beim Erreichen des Schulabschlusses und beim Übergang in eine Berufsausbildung gezielter zu unterstützen. (…)
##Wichtige Beiträge leisten auch die unterschiedlichen Ansätze von „Jugendberufsagenturen“, die ein engeres Zusammenwirken der Rechtskreise SGB II, III und VIII sowie möglichst auch der Schule im Übergang zum Beruf eröffnen. (…)
##Zur Stärkung der kommunalen Jugendsozialarbeit wird die gemeinsame Initiative von Bund, Ländern und der BA seit Anfang 2015 auch durch das ESF-Bundesprogramm „JUGEND STÄRKEN im Quartier“ flankiert. Das Programm ist eine Verknüpfung und Weiterentwicklung bewährter Elemente der bisherigen ESF-Einzelprogramme der Initiative JUGEND STÄRKEN und der Förderlinie „Übergang Schule-Beruf“ des Programms „Bildung, Wirtschaft und Arbeit im Quartier (BIWAQ)“ in einem ganzheitlichen Konzept.
##Ergänzt werden diese Initiativen durch das Ausbildungsstrukturprogramm „JOBSTARTER“, mit dem insbesondere die Ausbildungsbereitschaft und -kompetenz kleiner und mittlerer Betriebe erhöht wird, mit speziellem Blick auf die Verbesserung der Zugangschancen von Jugendlichen mit Migrationshintergrund zur dualen Berufsausbildung. Hierzu dient der Förderschwerpunkt „KAUSA – Koordinierungsstellen Ausbildung und Migration“.
##Die eingesetzten Mittel und Erfolge dieses Maßnahmenpakets werden jährlich im Berufsbildungsbericht ausführlich dargestellt. (…)
Ausbildungsgarantie
Mit der Allianz für Aus- und Weiterbildung wird die im Koalitionsvertrag genannte „Ausbildungsgarantie“ umgesetzt: Jedem ausbildungsinteressierten Menschen soll ein Pfad aufgezeigt werden, der ihn frühestmöglich zu einem Berufsabschluss führen kann. Vorrang hat dabei die betriebliche Ausbildung. (…)

Verstetigung der Assistierte Ausbildung
Der Bund hat seine Zusage in der Allianz für Aus- und Weiterbildung zur Implementierung der Assistierten Ausbildung mit dem Fünften Gesetz zur Änderung des Vierten Buches Sozialgesetzbuch und anderer Gesetze in kürzester Zeit umgesetzt. Dabei ist er mit der befristeten Regelung unmittelbar für vier Eintrittskohorten (Start zu den Ausbildungsjahren 2015/2016 bis 2018/2019) über die Allianzvereinbarung, die zunächst einen Einstieg für 2015/2016 und darüber hinaus eine Entscheidung der Allianzpartner zur Verstetigung vorsieht, hinausgegangen und hat somit bereits die gesamte Allianzlaufzeit abgedeckt. Die Allianzpartner haben bei Abschluss der Allianz für Aus- und Weiterbildung zudem vereinbart, die Erfahrungen mit dem neuen Instrument auszuwerten. Diese Erkenntnisse sollten abgewartet werden. (…)“

Die Antwort der Bundesregierung in vollem Textumfang entnehmen Sie dem Anhang.

Quelle: Pressedienst des Deutschen Bundestages

Dokumente: Staerkung_der_Bildungsgerechtigkeit.pdf

Ähnliche Artikel

Droht der Kollaps beim sozialen Wohnungsbau? 

In Deutschland fehlen laut einer Prognose derzeit etwa 700.000 Sozialwohnungen. Einen solchen Bedarf habe es zuletzt vor 20 Jahren gegeben, heißt es in einer neuen Pestel-Studie im Auftrag des Bündnisses

Skip to content