Junge Geflüchtete wollen Jugendliche sein und keine Opfer

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Jugendliche und junge Erwachsene, die aus Krisengebieten nach Deutschland geflüchtet sind, wollen in Jugendzentren und anderen Angeboten der Jugendarbeit nicht als „Opfer“ in die Kategorie Flucht eingeordnet werden. Stattdessen wollen 16- bis 22-jährige Geflüchtete Freundschaften schließen, Fußball, Basketball oder Billard spielen, Spaß haben, die deutsche Sprache trainieren und potenzielle Hilfe für Behördenkontakte finden. Das sind die ersten Ergebnisse einer Pilotstudie der Universität Siegen im Auftrag der Stiftung Ravensburger Verlag.

Nach Krieg, Krise und Flucht in neuen Lebensalltag schlüpfen

Viele hunderttausend Menschen flüchteten in den vergangenen Jahren aus Syrien und anderen Kriegs- und Krisengebieten nach Deutschland, darunter Familien mit Kindern und Jugendlichen. Die Lebensrealität geflüchteter und zugewanderter Kinder, Jugendlicher und junger Erwachsener ist häufig von Ungewissheit, Perspektivlosigkeit, Isolation und schwankender kultureller Identität geprägt. Mit der Zunahme von Flucht und Zuwanderung ist auch die Jugendarbeit herausgefordert, den Jugendlichen und Herangewachsenen zu helfen, in einen neuen Alltag zu schlüpfen.

Aber wie meistern junge Geflüchtete die Angebote der (offenen) Jugendsozialarbeit?

Mit Förderung der Stiftung Ravensburger Verlag geht das Siegener Forschungsteam aus Erziehungswissenschaftler/-innen im Fachgebiet Jugendbildung, Sozialisations- und Lebenslaufforschung dieser und weiteren Fragen im Umfeld der Flüchtlingsthematik nach.

Zweijähriges Forschungsprojekt

Die Ergebnisse der auf zwei Jahre (bis Ende 2018) angelegten qualitativen Pilotstudie mit problemzentrierten Interviews in Nordrhein-Westfalen und Rheinland-Pfalz sollen dem Forschungsdialog dienen und Handlungsorientierung für die praktische Jugendarbeit bieten. Die Siegener Wissenschaftler betrachten die Gruppe der 16- bis 22jährigen. Die Leitung der Studie oblag Erziehungswissenschaftler Professor Dr. Thomas Coelen von der Universität Siegen. Die ersten Ergebnisse wurden in Form eines Werkstattberichts in Düsseldorf vorgestellt (8. März 2018).

Die Abschlusstagung findet im November 2018 in Frankfurt statt. Bis dahin stehen im Fokus Interviews mit weiteren Jugendlichen. Darunter befinden sich auch junge Geflüchtete, die eine negative Einstellung zu Jugendtreffs haben und Angebote der Jugendarbeit nicht annehmen.

Mitmachen: Spaß haben, Freunde finden, Sport treiben

Diejenigen Jugendlichen mit Fluchtgeschichte, die aus eigenem Antrieb regelmäßig Jugendtreffs aufsuchen, hatten von den Angeboten meist durch Freunde oder Gleichaltrige, Jugend- oder Sozialarbeiter erfahren. Sie reagierten positiv auf Sportangebote wie Fußball, Basketball, Volleyball, Tennis und Badminton. Sie wollten „mitmachen“, „Spaß haben“ und erhofften sich Ausflüge und ähnliche Aktivitäten. Eine wichtige Motivation lautet „Freunde finden“, eine andere, der Langeweile (v. a. an ländlichen Wohnorten) zu entkommen.

Weitere Informationen zum Pilotprojekt finden Sie unter den Links https://www.ravensburger.net/stiftung/aktuelles/gefluechtete-jugend/index.html (auch als Pressetext verfügbar) und http://www.bildung.uni-siegen.de/mitarbeiter/t_coelen/projekte/junge_gefluechtete_in_jugendeinrichtungen/?lang=de

Quelle: Stiftung Ravensburger Verlag

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