Editorial zum Newsletter vom 07.10.2026

Die Ausgabe des Newsletters vom 07.10.2026 bietet Rückblicke und Einblicke zur Arbeit und zu den Themen im Netzwerk der BAG KJS.

Liebe Leser*innen,

das Bundesprogramm Mental Health Coaches ist beendet, die Respekt Coaches sollen zum Jahresende auslaufen. Auch für die Bildungsberatung Garantiefonds Hochschule fehlt weiterhin eine gesicherte Perspektive. Die Programme mögen enden – die Bedarfe junger Menschen bleiben.

Für die Jugendsozialarbeit bedeutet das zunehmend weniger Planungssicherheit und zugleich mehr Druck, die Bedeutung der eigenen Arbeit zu verdeutlichen. Gerade unter diesen Bedingungen stellt sich die Frage, wie sichtbar werden kann, was Jugendsozialarbeit leistet – für junge Menschen ebenso wie für die Gesellschaft.

Denn ihre Wirkung zeigt sich nicht allein in einzelnen Angeboten oder kurzfristig messbaren Ergebnissen. Jugendsozialarbeit begleitet junge Menschen in komplexen Lebenslagen, eröffnet Zugänge zu Bildung, Ausbildung und gesellschaftlicher Teilhabe und schafft Möglichkeiten, Handlungsspielräume zu erweitern. Vieles davon entsteht in Beziehungen, entwickelt sich über längere Zeiträume und lässt sich nicht eindeutig einem einzelnen Angebot oder einer einzelnen Kennzahl zuschreiben.

Damit stellt sich eine doppelte Herausforderung: Jugendsozialarbeit muss ihre Wirkung fachlich fundiert beschreiben und sichtbar machen können, ohne dabei die Komplexität sozialpädagogischer Arbeit auf das Messbare zu reduzieren. Zugleich braucht sie politische Rahmenbedingungen, die eine kontinuierliche und verlässliche Arbeit überhaupt ermöglichen.

Mit dieser Frage beschäftigte sich die diesjährige Gesamtkonferenz der BAG KJS unter dem Titel „Von Bedarf zu Teilhabe – Wirkung in der Jugendsozialarbeit neu denken“. Im Mittelpunkt stand die Auseinandersetzung damit, wie Wirkung fachlich gefasst und sichtbar gemacht werden kann – und wo die Grenzen von Messbarkeit liegen.

Doch Wirkung entsteht nicht im luftleeren Raum. Entscheidend sind auch die Bedingungen, unter denen Jugendsozialarbeit arbeiten und Wirkung entfalten kann. Gerade angesichts knapper werdender Ressourcen braucht es daher neben einer fachlich fundierten Auseinandersetzung mit Wirkung vor allem verlässliche politische Rahmenbedingungen. Die gesellschaftliche Bedeutung der Jugendsozialarbeit darf nicht davon abhängen, wie leicht sich ihre Leistungen in Kennzahlen übersetzen lassen.

Die zentralen Impulse und Diskussionen der Gesamtkonferenz werden in einem eigenen Beitrag dieser Ausgabe vorgestellt. Ergänzend richten weitere Beiträge den Blick auf unterschiedliche Herausforderungen und Lebenslagen junger Menschen – von Nachhaltigkeit und Klimaschutz über Fragen des Sozialstaats bis hin zu Resilienz in Krisenzeiten und mentaler Gesundheit an Übergängen in Ausbildung und Beruf.

Ich wünsche Ihnen eine anregende Lektüre und interessante Impulse für die eigene fachliche Arbeit.

Özlem Tokyay

Referentin für Öffentlichkeitsarbeit und Jugendsozialarbeit

 

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