Cybermobbing: Mädchen stärker betroffen als Jungen

Share on facebook
Share on twitter
Share on linkedin
Share on xing
Share on whatsapp
Share on email
Share on print
Share on pocket
Share on telegram

Im Rahmen der Initiative “WAKE UP!” startete der Verein Cybermobbing-Hilfe gemeinsam mit seinem Kooperationspartner O2 Telefónica und dem Freiwillige Selbstkontrolle Multimedia-Diensteanbieter e.V. (FSM) vor einem Jahr eine Online-Beratungsplattform für Kinder und Jugendliche. Anlässlich des einjährigen Bestehens der Plattform hat die Technische Universität Berlin gemeinsam mit den Kooperationspartnern eine Auswertung durchgeführt. Zentrale Erkenntnisse der Evaluation sind, dass Mädchen sich bei Cybermobbing öfter Hilfe als Jungen suchen und der Peer to Peer-Ansatz ein voller Erfolg ist.

Schwere psychische Verletzungen durch Cybermobbing möglich

Die Cybermobbing-Hilfe berät seit einem Jahr Betroffene online. Die Erfahrungen zeigen: Mädchen werden besonders intensiv gemobbt, etwa mit der Veröffentlichung privater Bilder, die sie anderen Personen wie etwa Ex-Partnern im Vertrauen geschickt hätten. Das führe zu Scham- und Minderwertigkeitsgefühlen und könne langfristige negative Auswirkungen auf das Selbstbild oder die psychische Gesundheit haben. Bei Mobbing gegen Jungen gehe es hingegen eher um ihre Fähigkeiten, wie beim Sport oder beim Gaming. 

Laut Cybermobbing-Hilfe reichen die möglichen Konsequenzen übermäßigem Drogenkonsum über Essstörungen bis hin zu Selbstverletzung und suizidalen Absichten. Die Evaluation nennt eine möglichst einfach zugängliche Beratung mit niedrigen emotionalen Hemmschwellen sowie Präventionsarbeit als wichtige Bausteine der Hilfeleistung. 

Die Hälfte der Ratsuchenden ist akut von Cybermobbing betroffen

Den Angaben des Vereins zufolge registrierten sich von Mai bis Dezember 2021 insgesamt 584 Kinder und Jugendliche auf der Plattform. Es habe 568 Erstanfragen gegeben. Dabei hätten sich 281 Mädchen, 242 Jungen und 18 diverse Menschen hilfesuchend an die Plattform gewandt, über die Betroffene von Gleichaltrigen beraten werden. Rund die Hälfte der Jugendlichen (284 Fälle) habe die Beratung wegen akuter Probleme mit Mobbing im Internet kontaktiert. Die Jugendlichen, die in Kontakt mit der Cybermobbing-Hilfe traten, seien zwischen 12 und 23 Jahre alt, der Altersdurchschnitt liege bei 16 Jahren. 

Quelle: epd; www.finanznachrichten.de 

Ähnliche Artikel

Bunte Puzzleteile in Form von menschlichen Figuren bilden einen Kreis.

Erklärung: Inklusion muss weitergehen

Inklusion im Verständnis der Katholischen Jugendsozialarbeit heißt: Alle jungen Menschen haben ein Recht auf Teilhabe in allen Lebensbereichen. Inklusion erfordert einen gesellschaftlichen Paradigmen­wechsel, der die

Ziele „grüner“ Kinder- und Jugendpolitik

Zum ersten Mal stellen Bündnis 90/die Grünen die Leitung des Bundesfamilienministeriums – was zeichnet „grüne“ Jugendpolitik aus? Tom Urig, Sprecher des Kooperationsverbundes Jugendsozialarbeit, wollte vom

Skip to content