Erst die stationäre Hilfe zur Erziehung und dann? Diskussionspapier zur Implementierung von „Leaving Care“
Während junge Frauen und Männer durchschnittlich ihr Elternhaus mit 24 oder 25 Jahren verlassen, müssen junge Menschen, die in stationären Einrichtungen oder Pflegefamilien aufgewachsen sind, den Schnitt in die Selbstständigkeit bereits mit 18 Jahren schaffen. Dabei sind ihre privaten Netzwerke meist weniger stabil und sie verfügen über geringere materielle Ressourcen. Die jungen Menschen, die die Jugendhilfeeinrichtung verlassen, bezeichnet man als Care Leaver. Aufgrund ihrer Ausgangssituation sind sie anfälliger für Wohnungslosigkeit, unterliegen einem erhöhten Armutsrisiko und haben meist größere Schwierigkeiten stabile Sozialbeziehungen aufzubauen. Deshalb benötigen die so genannten Care Leaver weiterhin Unterstützung und Hilfsangebote. Besonders die vielfältigen zu bewältigenden Übergänge rechtfertigen eine stärkere jugendpolitische Thematisierung. Die Arbeitsgemeinschaft für Kinder- und Jugendhilfe (AGJ) erörtert in einem Diskussionspapier die Handlungsnotwendigkeiten und stellt Handlungsoptionen vor.