Aufruf zu solidarischer Sozialpolitik

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Der Deutsche Caritasverband hat die kommende Bundesregierung zu einer verlässlichen und starken Sozialpolitik aufgerufen. Sie sollen Politik für die machen, die arm sind, die ausgegrenzt werden, die besonders verletzlich seien, forderte der aus dem Amt scheidende Caritaspräsident Peter Neher. Er nannte beispielsweise Kinder und Familien, die besonders unter der Pandemie gelitten hätten, Langzeitarbeitslose sowie Pflegebedürftige und deren Angehörige. Für viele der betroffenen jungen Menschen sei es schwierig bis unmöglich der Armut zu entkommen. Oft verfestige sie sich ein Leben lang, betonte Neher. Nehers gewählte Nachfolgerin Eva Maria Welskop-Deffaa ergänzte, wichtig sei es, beim Klimaschutz das Thema soziale Gerechtigkeit immer mitzudenken. Die Bundesarbeitsgemeinschaft Katholische Jugendsozialarbeit (BAG KJS) e. V. – deren Mitglied der Deutsche Caritasverband ist – engagiert sich seit 2008 gegen Jugendarmut und deren Folgen, denn die junge Generation ist in Deutschland am stärksten von Armut betroffen. Die Coronakrise hat ihre Situation verschärft.

Der Übergang von Schule und Beruf ist eine entscheidende Schwelle

Ein schlechter oder kein Schulabschluss, wenige niedrigschwellige Angebote zur Berufsorientierung, fehlender Zugang zu passenden Ausbildungsplätzen und mangelnde berufliche Perspektiven führen zu oft in ein Leben in Abhängigkeit von staatlichen Leistungen. Eine Berufsausbildung gibt Hoffnung auf einen sicheren Job und ein regelmäßiges Einkommen. Doch die Aussichten sind düster, da viele Betriebe das Ausbilden einschränken oder aufgeben. 

Mit einer Ausbildungsgarantie gegen lebenslange Armut

Damit bleibt die Vorstellung „Rein in die Ausbildung, raus aus der Armut“ für viele von Armut betroffene Jugendliche utopisch. Ungleiche Lebensverhältnisse bedeuten in Deutschland in den meisten Fällen auch ungleiche Bildungs- und Ausbildungschancen. Wem der Übergang in eine Ausbildung und ein qualifizierter Berufsabschluss nicht gelingt, hat dauerhaft schlechtere Aussichten auf ein auskömmliches und selbstbestimmtes Leben. So wird aus Jugendarmut häufig lebenslange Armut. Ein Recht auf Ausbildung verbunden mit einer konkreten Ausbildungsplatz- und Fördergarantie könnte entscheidend dazu beitragen, die Perspektivlosigkeit und Armut junger Menschen zu beenden. Die BAG KJS fordert daher von der künftigen Bundesregierung eine Ausbildungsgarantie und bietet auch einen konkreten Vorschlag für den Koalitionsvertrag. Das eine Ausbildungsgarantie keine Illusion sein muss kommentierte Ludger Urbic, Fachreferent im Netzwerk der BAG KJS, für die „Jugendsozialarbeit News“. Um der aktuellen Krise auf dem Ausbildungsmarkt beizukommen, bedarf es neuer Wege. 

Quelle: Deutscher Caritasverband; BAG KJS

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