Die Ausgabe des Newsletters vom 17.06.2026 bietet Rückblicke und Einblicke zur Arbeit und zu den Themen im Netzwerk der BAG KJS.
Liebe Leser*innen,
das Jugendministerium will die Förderung für die Bildungsberatung Garantifonds Hochschule (GF-H) zum Jahresende auslaufen lassen. In erster Linie trifft diese Entscheidung junge Menschen, die mit einer Perspektive auf eine Hochschulbildung nach Deutschland einwandern – vor allem junge Frauen aus der Ukraine. Es trifft engagierte und qualifizierte Fachkräfte, die im GF-H beschäftigt sind und junge Menschen auf ihrem Lebens- und Bildungsweg beraten. Es trifft Träger der Jugendsozialarbeit, die mehr als 50 Jahre im Auftrag des Jugendministeriums die Beratung anbieten und ohne vorherigen Dialog kurzfristig vor vollendete Tatsachen gestellt werden. Tom Urig, Geschäftsführer der BAG KJS, kritisiert das Agieren des Ministeriums in seinem Kommentar deutlich.
Wie wichtig Beratung und Unterstützung bei der Integration junger Menschen ist, zeigte die Jahrestagung der Jugendmigrationsdienste in Würzburg. Die Berater*innen entwickelten in Workshops ihre Arbeit weiter und schauten auf sich verändernde Bedarfe der jungen Menschen. Sie diskutierten zugleich, wie die JMD Demokratiebildung stärken und einen Beitrag für eine starke Demokratie leisten können. Das ist auch deswegen notwendig, weil das Jugendministerium das Programm Respekt Coaches Ende 2026 auslaufen lässt, obwohl die Auseinandersetzung mit Respekt, Toleranz und demokratischem Miteinander dringender ist den jeher. Kollegin Özlem Tokyay fasst in ihrem Beitrag die Tagung zusammen.
Zu den Einblicken in unsere Arbeit gesellt sich der Bericht von Silke Starke-Uekermann über das Parlamentarische Frühstück des Ratschlag Kinderarmut. Wir waren an der Vorbereitung und Umsetzung intensiv beteiligt. Beim Termin im Bundestag machte der Ratschlag einmal mehr deutlich, dass Kinder- und Jugendarmut ein großes Problem schafft – nicht nur für die Betroffenen von Armut, sondern auch für den demokratischen Zusammenhalt in der Gesellschaft.
Wie wichtig das Gefühl von Zugehörigkeit für die Demokratie ist, beschreibt der zweite Text der kleinen Serie zu Einsamkeit. Kollegin Xenia Romadina führt in ihrem Beitrag aus, wie Einsamkeit politische Teilhabe schwächen kann und wie das die Demokratie gefährdet. Sie erörtert zugleich, was als Strategie dagegen helfen kann.
Ein kontroverses Jugendthema dieser Zeit bleibt der Umgang mit Sozialen Medien. In der kommenden Woche werden die Empfehlungen der Expert*innen-Kommission „Kinder- und Jugendschutz in der digitalen Welt” präsentiert. Bereits in der vergangenen Woche haben die Kultusminister*innen bei ihrer Konferenz Papiere dazu beschlossen. Der Ethikrat hat ebenfalls Position bezogen. Nach den ersten pauschalen Verbotsrufen verschiebt sich die Debatte mehr in eine Richtung, die Kompetenzaufbau und Teilhabe junger Menschen vor Restriktion stellt – so wie es der Kooperationsverbund Jugendsozialarbeit in seiner Stellungnahme vorschlägt. Die Erwartungen an die Anbieter Sozialer Medien werden deutlicher formuliert. Unser Text bündelt die aktuellen Entwicklungen.
Wichtiges zum Abschluss: Nach der ersten Lesung zum Allgemeinen Gleichstellungsgesetz (AGG) im Bundestag beraten nun die Fachausschüsse, wie die Rechte gegen Diskriminierung gestärkt werden können. Als BAG KJS bringen wir unsere Stellungnahme zum AGG in die Beratungen ein. Die Arbeitsgemeinschaft für Kinder- und Jugendhilfe – AGJ macht in einem Zwischenruf deutlich, dass die Reform zur Inklusiven Kinder- und Jugendhilfe weitergeführt werden muss – in einem verbindlichen und geordneten Verfahren, das auch die Kritik am aktuellen Gesetzentwurf aufnimmt.
Anregende Lektüre wünscht
Michael Scholl, Grundlagenreferent



