Junge Frauen – zwischen gut gebildet und abgehängt

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Der Katholische Frauenverband IN VIA kritisiert die einseitige öffentliche Wahrnehmung der Situation junger Frauen und fordert eine verlässliche Finanzierung von Mädchensozialarbeit. Mädchen und junge Frauen in Deutschland seien trotz guter Bildungsabschlüsse bis heute zu häufig in Berufen mit geringen Aufstiegschancen sowie schlechter Entlohnung tätig. Frauen bekleiden nur 30 Prozent aller Führungspositionen. Anlässlich des internationalen Mädchentages am 11. Oktober fordert der katholische Frauenverband IN VIA eine Differenzierung der Genderdiskussion.

Junge Frauen haben deutlich höheres Armutsrisiko als junge Männer

In den letzten Jahren wurde in Deutschland ein gesellschaftliches Bild entworfen, das Mädchen auf vielen Ebenen gegenüber Jungen im Vorteil sieht. Zwar haben Mädchen bezüglich ihrer Bildungschancen tatsächlich Entscheidendes aufgeholt. Ausgeblendet wird aber, dass sie gleichzeitig immer noch vielen gesellschaftspolitischen, teils auch kulturellen Benachteiligungen ausgesetzt sind. Zu viele junge Frauen finden sich am Ende in prekärer, gering entlohnter Beschäftigung oder in Minijobs wieder. Frauen sind von Niedriglöhnen doppelt so häufig wie Männer betroffen. Dementsprechend ist das Armutsrisiko von jungen Frauen deutlich höher als das von jungen Männern, vor allem, wenn sie Kinder haben.

Zusätzlich benachteiligt sind junge Migrantinnen. Selbst bei gleicher Qualifikation und noch stärkeren Bewerbungsbemühungen haben sie erheblich schlechtere Chancen, einen betrieblichen Ausbildungsplatz zu bekommen, als Jugendliche ohne Migrationshintergrund.

Immer weniger Angebote der Mädchensozialarbeit, aber mehr für Jungs

Das Kinder- und Jugendhilfegesetz verpflichtet den Gesetzgeber, geschlechtsspezifische Benachteiligungen abzubauen und entsprechend mädchengerechte Angebote vorzuhalten. Angebote der Mädchensozialarbeit wurden aber in den letzten Jahren weiter gestrichen, während Angebote für Jungen ausgebaut werden. IN VIA fordert deshalb die Umsetzung der gesetzlichen Vorgaben, das heißt, eine zuverlässige Finanzierung und institutionelle Verankerung der Mädchensozialarbeit.

Quelle: IN VIA Katholischer Verband für Mädchen- und Frauensozialarbeit Deutschland e.V.

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