EU-Kommission legt Aktionsplan gegen Schulabbruch auf

In der EU verlassen mehr als sechs Millionen junge Leute die allgemeine oder berufliche Bildung mit höchstens einem Abschluss der Sekundarstufe I oder weniger. Diese jungen Menschen haben große Schwierigkeiten bei der Arbeitssuche, sind häufiger arbeitslos und öfter auf Sozialleistungen angewiesen. Der Schulabbruch behindert die wirtschaftliche und soziale Entwicklung und stört das intelligente, nachhaltige und integrative Wachstum, das die Europäische Union anstrebt, erheblich. Die Kommission hat daher einem Aktionsplan zugestimmt, mit dem die Mitgliedstaaten bei der Senkung der Schulabbrecherquote in der EU bis zum Ende des Jahrzehnts vom derzeitigen Niveau von 14,4 % auf unter 10 % zu senken.

Die EU-Kommissarin für Bildung, Kultur, Mehrsprachigkeit und Jugend, Androulla Vassiliou, verdeutlichte in diesem Zusammenhang: „Bei einer Senkung der Schulabbrecherquote in Europa um nur einen Prozentpunkt würden wir jedes Jahr zusätzlich rund eine halbe Million qualifizierter junger Arbeitnehmer gewinnen. Die meisten EU-Länder haben bereits Fortschritte erzielt: die Anzahl junger Menschen, die die Schule mit nur geringen Qualifikationen verlassen, hat sich verringert. Es bleibt jedoch noch viel zu tun.“

Hinter der derzeitigen durchschnittlichen Schulabbrecherquote in der EU von 14,4 % verbergen sich beträchtliche Unterschiede zwischen den Ländern: ## Acht Mitgliedstaaten haben die Benchmark von 10 % bereits erreicht: Finnland, Litauen, Luxemburg, Österreich, Polen, die Slowakei, Slowenien und die Tschechische Republik.
## In drei Mitgliedstaaten liegt die Quote über 30 %: in Malta, Portugal und Spanien.
## In drei Mitgliedstaaten liegt die Quote über 30 %: in Malta, Portugal und Spanien.
## Fast alle Länder haben ihre Schulabbrecherquote seit dem Jahr 2000 gesenkt.
## Einige Länder mit hohen Schulabbrecherquoten haben ebenfalls eine erhebliche Senkung ihrer Quote erreicht: Rumänien, Malta, Italien, Zypern und Portugal.
## Beachtliche Fortschritte wurden auch in Ländern erzielt, in denen zu Beginn des Jahrzehnts die Schulabbrecherquoten bereits gering ausfielen. Dazu gehören Litauen, Luxemburg, die Niederlande und Polen.

Bekämpfung des Schulabbruchs
Beim Schulabbruch handelt es sich um ein komplexes Phänomen, dass nicht allein durch bildungspolitische Maßnahmen bewältigt werden kann. Wirksame Strategien zur Verringerung der Zahl der Schulabbrecher müssen neben der Bildungspolitik auch bei der Jugend- und Sozialpolitik ansetzen. Sie müssen zudem auf lokale, regionale und nationale Gegebenheiten zugeschnitten sein. Darüber hinaus sollten die Strategien Präventions-, Interventions- und Kompensationsmaßnahmen umfassen.
Eine bessere Zusammenarbeit der EU-Mitgliedstaaten, der Austausch bewährter Verfahren sowie eine bessere Nutzung von EU-Mitteln können zur Bewältigung des Problems beitragen.
Während der Tagung des Rates vom 2. bis zum 4. Mai 2011 in Brüssel werden die Bildungsminister den Vorschlag der Kommission diskutieren. Auf dessen Grundlage werden die Mitgliedstaaten dazu aufgefordert, bis Ende 2012 umfassende Strategien zu beschließen und diese über ihre nationalen Reformprogramme umzusetzen. “

http://europa.eu/rapid/pressReleasesAction.do?reference=IP/11/109&format=HTML&aged=0&language=DE&guiLanguage=en
http://ec.europa.eu/education/school-education/doc/earlycom_en.pdf
http://ec.europa.eu/education/school-education/doc/earlyrec_en.pdf
http://ec.europa.eu/education/school-education/doc/earlywp_en.pdf

Quelle: Europa Press Releases; EU-Kommission

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