Experten: „Große Lösung“ bei Kinder- und Jugendhilfe muss kommen

Für die umfassende Zuständigkeit der Jugendhilfe für alle Kinder und Jugendliche unabhängig von eventuellen seelischen, geistigen oder körperlichen Behinderungen sprechen sich die Autoren des 13. Kinder- und Jugendberichtes aus. Bei einem Expertengespräch im Familienausschuss sagte Professor Heiner Keupp, Vorsitzender der Sachverständigenkommission, gebraucht werde die ”Große Lösung“. Keupp ist sich dessen bewusst, dass es mit ”tiefgreifenden Veränderungen“ verbunden sei, wolle man die bisher geltenden verschiedenen Sozialgesetzgebungen zu einem einzigen Gesetz zusammenführen.

Ein flächendeckendes integratives Betreuungsangebot gibt es derzeit nur in Kindertagesstätten. Danach spalten sich die Hilfeleistungen in Kinder und Jugendhilfe auf der einen Seite und Behindertenhilfe auf der anderen Seite. Beide Richtungen sind spezialisiert, aber gleichzeitig auch voneinander isoliert. ”Ein behinderter Jugendlicher mit einem Drogenproblem ist im derzeitigen Hilfesystem nicht denkbar“, kritisierte Christian Lüders, ebenfalls Mitglied der Sachverständigenkommission.

Im 13. Kinder- und Jugendbericht, der unter dem Titel ”Mehr Chancen für gesundes Aufwachsen – Gesundheitsbezogene Prävention und Gesundheitsförderung in der Kinder- und Jugendhilfe“ stand, verweisen die Wissenschaftler zudem darauf, dass nach wie vor der soziale Status entscheidend für die Gesundheit der Kinder- und Jugendlichen sei. Besonderen Förderungsbedarf sehen Keupp und Lüders daher bei Kindern, die in Armut aufwachsen, bei Kindern und Jugendlichen mit Migrationshintergrund ebenso wie bei Kindern und Jugendlichen mit Behinderungen. Gleiches gelte auch für Kinder von psychisch kranken Eltern und traumatisierte Kinder und Jugendliche.“

Quelle: Pressedienst des Deutschen Bundestages

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