„Jugendwohnen mit Zukunft – zwischen Arbeitsmarktpolitik und Jugendhilfe“ :  Jugendwohnen findet endlich eine Lobby Vom 1.-3. Juni 2005 veranstaltete der Verband der Kolpinghäuser e.V. (VKH) seine diesjährige Jugendwohnheimtagung in Berlin. Daran nahmen 25 Einrichtungsleitungen der Kolping-Jugendwohnheime teil. Ziel dieses Treffens war es, die Leistungen darzustellen, die Notwendigkeit der Angebote zu verdeutlichen und mit wichtigen Gesprächspartnern Zukunftsperspektiven für das Jugendwohnen im Sinne junger Menschen zu entwickeln. Auszüge aus den Berichten zur Jugendwohnheimtagung:   ” Einrichtungen des Jugendwohnens leisten einen enorm wichtigen Beitrag bei der beruflichen und sozialen Integration junger Menschen. Dieses Angebot ist aber in Gefahr. Darüber sprachen auf Initiative des Verbandes der Kolpinghäuser (VKH) in Berlin Politiker, Kirchenvertreter und Leitungen von Jugendwohnheimen. „Die Debatten über Ausbildungsabbrecherquoten, mangelnde Ausbildungsreife, nötige berufliche Mobilität und die Suche der Betriebe nach geeigneten Auszubildenden machen die Aktualität deutlich.“ Darauf hat Andreas Finke, VKH-Referent, hingewiesen. … „Dennoch ist die Unterstützung und Anerkennung der Jugendwohnheime trotz nachweislicher Erfolge in den vergangenen Jahren existenzbedrohend zurückgegangen“, so Andreas Finke. Das Jugendwohnen blickt im Zuge von Hartz IV und Streichungen von Zuschüssen in den Ländern auf eine besorgniserregende Vergangenheit, aber auch auf eine nicht minder beängstigende Zukunft. So lautet die bedrückende Einschätzung der VKH-Verantwortlichen. Diese Entwicklung war Anlass für ein Treffen unter dem Titel „Jugendwohnen mit Zukunft – zwischen Arbeitsmarktpolitik und Jugendhilfe“ vom 1. bis 3. Juni Berlin. Auf Einladung des Verbandes der Kolpinghäuser nahmen 25 Einrichtungsleitungen, Vertreter der Bundesarbeitsgemeinschaft Katholische Jugendsozialarbeit (BAG KJS), verschiedener Ausschüsse aus dem Deutschen Bundestag und des Jugendministeriums teil. Gefolgt waren der Einladung aus dem Ausschuss für Wirtschaft und Arbeit, Dr. Hermann Kues (CDU), und Hans Werner Bertl (SPD), sowie aus dem Ausschuss für Familie und Jugend die Vorsitzende Kerstin Griese (SPD) und Thomas Dörflinger (CDU), zugleich Bundesvorsitzender des Kolpingwerkes. Der Vorsitzende des Verbandes der Kolpinghäuser, Msgr. Alois Schröder, und Geschäftsführer Guido Gröning konnten als weitere Gesprächspartner aus dem Bundesjugendministerium den Abteilungsleiter für Kinder und Jugend, Dr. Peter Fricke, sowie den Referenten für Jugendsozialarbeit, Peter Kupferschmid, und Verantwortliche aus 25 Kolping-Jugendwohnheimen sowie der Bundesarbeitsgemeinschaft Katholische Jugendsozialarbeit (BAG KJS) begrüßen. Moderiert wurde das Gespräch von Robert Wessels vom Katholischen Büro in Berlin. Gemeinsam wurden Probleme und Möglichkeiten der Finanzierung der Angebote durch die Berufsausbildungsbeihilfe (BAB) erörtert. Gleichzeitig wurden Möglichkeiten bauinvestiver Zuschüsse nach dem Sozialgesetzbuch (SGB III) diskutiert. Als besonderes Problem wurde die Vielfältigkeit der ungeklärten Zuständigkeiten für das Jugendwohnen angesprochen. „Ich versichere ihnen, dass ich das Gespräch mit Minister Clement und den Staatssekretären im Bundesministerium für Wirtschaft und Arbeit sowie mit der Bundesagentur für Arbeit suchen werde, um mich für die Durchsetzung ihrer Forderungen stark zu machen“, hieß es von Hans Werner Bertl (SPD). Gleichzeitig wurde durch das Bundesjugendministerium ein interministerielles Gespräch in Aussicht gestellt, in dem Überlegungen zur Sicherung und Förderung des Angebotes angestellt werden sollen. … Das Jugendwohnen blickt im Zuge von Hartz IV und Streichungen von Zuschüssen in den Ländern auf eine besorgniserregende Vergangenheit, aber auch auf eine nicht minder beängstigende Zukunft. So lautet die bedrückende Einschätzung der VKH-Verantwortlichen. … „Wir meinen, dass wir mit dieser Veranstaltung zur richtigen Zeit am richtigen Platz waren. Uns geht es darum, die Leistungen und Angebote aber auch die Schwierigkeiten des Jugendwohnens ins Gespräch zu bringen“, so Andreas Finke in seinem Fazit. In Deutschland gibt es insgesamt 280 Einrichtungen des Jugendwohnens zum Zwecke der beruflichen Mobilität mit knapp 20.000 Plätzen. Im Verband der Kolpinghäuser (VKH) sind ca. 45 solcher Jugendwohnheime mit ungefähr 4.500 Plätzen zusammengeschlossen. Wie dieses wichtige Angebot aufrecht erhalten werden kann, darüber sprachen auch erstmals Bundestagsabgeordnete, die dem Kolpingwerk angehören, mit den VKH-Verantwortlichen. Andreas Finke, …kritisierte: „Die Mobilitätsbereitschaft junger Menschen wird eingefordert, mangelnde Ausbildungsreife wird beklagt, erzieherische Begleitmaßnahmen werden für notwendig erachtet und die Abbrecherquote der Ausbildungsverträge wird reklamiert. Gleichzeitig finden keine ausführlichen Gespräche der Politik mit den Einrichtungen des Jugendwohnens statt.“ Diesem Trend habe der Verband der Kolpinghäuser mit seiner Tagung entgegen gewirkt. … „Jugendwohnheime bieten jungen Menschen Unterkunft, Verpflegung und pädagogische Begleitung im Falle ihres Wohnortwechsels, der nicht selten im Zuge der beruflichen Ausbildung erforderlich ist.“ Die Kolping-Abgeordneten kündigten an, die Angebote der Jugendwohnheime bei weiteren Gesetzesinitiativen im Bereich der beruflichen Bildung und der Überwindung der Jugendarbeitslosigkeit bekannt zu machen. In einem Gespräch im Kommissariat der Deutschen Bischöfe wurde ebenfalls über das Angebot der Jugendwohnheime informiert. „Sie haben einen lobenswerten Anspruch, den ich gerne unterstützen werde. Was Sie tun, ist im ureigensten kirchlichen Interesse“, Prälat Karl Jüsten, Leiter des Kommissariates der Deutschen Bischöfe („Katholisches Büro“) in Berlin. … Begeistert reagierte der Verband der Kolpinghäuser eV …auf die enorme Unterstützung des Katholischen Büros, das mit seinem Leiter, Prälat Karl Jüsten, dem stellvertretenden Leiter, Heiner B. Lendermann, und dem Referenten Robert Wessels an dem Gespräch beteiligt war. Inhalte des Gespräches waren operative Schwierigkeiten der Jugendwohnheime im Umgang mit der Berufsausbildungsbeihilfe (BAB), Probleme im Bereich bauinvestiver Zuschüsse für das Jugendwohnen, fehlende Klarheit der Zuständigkeiten und Einteilung der Angebote nach dem Sozialgesetzbuch (SGB III und VIII).Hinzu kamen Überlegungen der weiteren Zusammenarbeit bei der Überwindung der Probleme sowie die Rolle des Jugendwohnens im Rahmen eines diakonischen Handelns der Kirche als Aufgabe der Jugendpastoral. Der Verband der Kolpinghäuser eV stellte mit seinen Einrichtungsleitungen dar, dass das Jugendwohnen eine wichtige Rahmenbedingung für die Mobilität junger Menschen in der beruflichen und schulischen Ausbildung darstellt. Die pädagogische Begleitung der Bewohnerinnen und Bewohner hilft bei der beruflichen und vor allem sozialen Integration. Die Einrichtungen leisten einen nachweisbar positiven Beitrag zum erfolgreichen Abschluss der Berufsausbildung der jungen Menschen und vermitteln jungen Menschen soziale Kompetenzen, helfen bei der Überwindung mangelnder Ausbildungsreife und tragen zur Entwicklung zu einer selbständigen Persönlichkeit bei. Prälat Karl Jüsten erklärte dazu: „Einen solchen lobenswerten Anspruch will ich gern unterstützen.“ Schließlich wurden unterschiedliche Schwierigkeiten bei der Aufrechterhaltung dieser Angebote angesprochen. Beide Seiten vereinbarten, miteinander im Gespräch zu bleiben. Dabei möchte das Katholische Büro seine Kompetenzen und Kontakte zum Wohle des Jugendwohnens einbringen. Mit einem Dank seitens des Vorsitzenden des Verbandes der Kolpinghäuser eV, Bundespräses Msgr. Alois Schröder, für das Gespräch und die zukünftige Unterstützung endete der gemeinsame Austausch. ….   „Einrichtungen des Jugendwohnens leisten einen enorm wichtigen Beitrag bei der beruflichen und sozialen Integration junger Menschen. Bei den Debatten über Ausbildungsabbrecherquoten, der Überwindung mangelnder Ausbildungsreife, der Notwendigkeit zur Mobilität und dem Suchen der Ausbildungsbetriebe nach geeigneten Auszubildenden wird dies mehr als deutlich.“ Darauf hat Andreas Finke hingewiesen. Seitens des Verbandes der Kolpinghäuser eV wird dieses Gespräch als besonders erfolgreich eingeschätzt. So wurde die Notwendigkeit des Angebotes der Einrichtungen des Jugendwohnens von niemandem bestritten, sondern von allen als bedeutungsvoll bewertet. Außerdem wurden Gespräche mit den jeweiligen Ministerien und der Bundesagentur für Arbeit zugesichert. „Ich versichere ihnen, dass ich das Gespräch mit Minister Clement und den Staatssekretären im Bundesministerium für Wirtschaft und Arbeit sowie mit der Bundesagentur für Arbeit suchen werde, um mich für die Durchsetzung ihrer Forderungen stark zu machen“, hieß es von einem Abgeordneten. In diesem Zusammenhang wurde auch seitens des Bundesjugendministeriums ein interministerielles Gespräch in Aussicht gestellt, in dem Überlegungen zur Sicherung und Förderung des Angebotes angestellt werden sollen. „Wir meinen, dass wir mit dieser Veranstaltung zur richtigen Zeit am richtigen Platz waren. Uns geht es darum, die Leistungen und Angebote aber auch die Schwierigkeiten des Jugendwohnens ins Gespräch zu bringen. Weil wir aus unseren Einrichtungen wissen, wie wichtig angemessene Rahmenbedingungen für Unterkunft, Verpflegung und pädagogische Begleitung für junge Menschen im Zuge ihrer Ausbildung sind, weil wir aber auch die bedrohliche finanzielle Situation der Einrichtungen kennen, haben wir uns dafür entschieden, mit allen relevanten Partnern in der Politik und Wirtschaft Lösungskonzepte im Sinne einer Zukunftssicherung des Angebotes der Jugendwohnheime zu erarbeiten. In diesem Zusammenhang blicken wir auch mit Freude auf das noch in der nächsten Woche anstehende Gespräch mit dem Bundesministerium für Wirtschaft und Arbeit, in dem es ebenfalls um eine Erörterung und Stärkung des Jugendwohnens gehen wird“, so Andreas Finke in seinem Fazit.    

Quelle: http://www.kolpinghaeuser.de/news/news