Die Zahl der Ausbildungsplätze in börsenorientierten Unternehmen ist in Deutschland rückläufig. Die Ausschüttungen hingegen haben 2019 Rekordhöhe erreicht. Laut einem Bericht des Handelsblatts sind auch für 2020 über 37 Milliarden Euro an Ausschüttungen von den 30 DAX-Unternehmen zu erwarten. Bei Nicht börsenorientierten Unternehmen wurde die Anzahl der Ausbildungsplätze erhöht. Robert Scholz und Lisa Wing haben für das Wissenschaftszentrum Berlin für Sozialforschung untersucht, was der Shareholder Value für das Ausbildungssystem in Deutschland bedeutet. Hintergrund ihrer Überlegungen war: Obwohl Deutschland das klassische Beispiel für eine koordinierte Marktökonomie ist, in die das duale Ausbildungs­system eingebettet ist, nehmen auch hier Liberalisierungstendenzen wie die Stärkung des Shareholder Value zu, das heißt die starke Ausrichtung der Unter­nehmensführung am Interesse der Aktionärinnen und Aktionäre beziehungs­weise am Aktienkurs. Doch was passiert, wenn Unternehmen einer starken Aktienmarktorientierung unterliegen? Geht die Orientierung an der Rendite zulasten der dualen beruflichen Ausbildung?

Das Ergebnis ihrer Untersuchung veröffentlichten Scholz und Wing im WZ-Brief Arbeit.

Quelle: Wissenschaftszentrum Berlin für Sozialforschung