Vorzeitige Vertragslöungen nehmen wieder zu

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Das Bremer Institut für Arbeitsmarktforschung und Jugendberufshilfe (BIAJ) hat untersucht, wie viele Ausbildungsverträge seit 2011 neu abgeschlossen und vorzeitig gelöst wurden. Im Mittelpunkt stehen die vorzeitigen Vertragslösungen, die vor allem in der Probezeit zugenommen haben. 

Laut Berufsbildungsstatistik wurden im Jahr 2021 insgesamt 466.176 neue Ausbildungsverträge abgeschlossen und damit ein Zuwachs gegenüber 2020 um 0,6 % verzeichnet. Dennoch kann die Krise auf dem Ausbildungsmarkt nicht geleugnet werden. Denn die Zahl neuer Ausbildungsverträge ist gegenüber 2019 um 44.694 (8,7 %) und gegenüber 2011 um 94.923 (16,9 %) zurück gegangen. 

Die Bundesarbeitsgemeinschaft Katholische Jugendsozialarbeit (BAG KJS) e. V. fordert daher eine Ausbildungsgarantie. Jeder junge Mensch, der eine Ausbildung absolvieren möchte, muss die Chance dazu erhalten. Der Koalitionsvertrag der Ampel sieht eine Einführung einer solchen Garantie vor. Jetzt kommt es auf die Ausgestaltung an. Eine frühzeitige und fundierte Berufsorientierung trägt zum Erfolg einer Ausbildung bei hilft Abbrüche zu verhindern. Auch eine Assistierte Ausbildung unterstützt Jugendliche und Betriebe dabei, Schwierigkeiten in der Ausbildung zu meistern und diese erfolgreich abzuschließen.

Ausbildungsabbrüche in der Probezeit auf Höchststand

Vorzeitig gelöst wurden 2021 insgesamt 141.207 Ausbildungsverträge. Das entspricht laut BIAJ einer Lösungsquote von 26,7 %. Zugenommen habe die Vertragslösungen in der Probezeit. Von 2020 auf 2021 wuchs dieser Anteil nochmal an. Im Jahr 2020 wurden 32,1 % aller Ausbildungsverträge in der Probezeit gelöst. 2021 wuchs dieser Anteil auf 36,0%. Das ist laut BIAJ der höchste Wert im Beobachtungszeitraum. Im Jahr 2015 wurden 35,1% aller Ausbildungsverträge bereits in der Probezeit gelöst. 

2021 lag die Lösungsquote insgesamt bei 26,7 %. Besonders betroffen waren die Branchen Industrie und Handel (23,5 %) sowie das Handwerk (33,6 %) Die Lösungsquote bei den weiblichen Auszubildenden (2021: 27,1 %) lag, abgesehen von 2019, im gesamten Beobachtungszeitraum 2011-2021 über der Lösungsquote bei den männlichen Auszubildenden (2021: 26,4 %). 

In den Ländern reichte die Lösungsquote in 2021 von 23,5 % in Baden-Württemberg bis 34,2 % in Berlin. 2021 stieg die Lösungsquote im Vorjahresvergleich in allen 16 Ländern – am stärksten in Schleswig-Holstein. 

Quelle: BIAJ 

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