Überschuldung: Beratungsstellen schlagen Alarm

Im Frühjahr 2022 verzeichneten die gemeinnützigen Schuldnerberatungsstellen in Deutschland im Vergleich zum Spätsommer 2021 einen deutlichen Anstieg bei der Nachfrage nach Beratung. Das ist das Ergebnis einer Umfrage der Arbeitsgemeinschaft Schuldnerberatung der Verbände (AG SBV). Laut Umfrage hatte mehr als die Hälfte der Beratungsstellen im Frühjahr 2022 zwischen zehn und 30 Prozent mehr Anfragen als im Sommer 2021; 32 Prozent gaben im ersten Quartal dieses Jahres eine erhöhte Nachfrage nach Beratung zu Miet- und Energieschulden an (Sommer 2021: 28,5 Prozent). Durch die Corona-Krise und rasch steigende Lebenshaltungskosten seien immer mehr Menschen in finanzielle Not geraten. Beratungsstellen fordern deshalb mehr Investitionen in die Vorsorge sowie einen kostenlosen Zugang zur Beratung ohne Einschränkungen in jeder Kommune. Bislang steht eine kostenlose Beratung nur Menschen offen, die Sozialleistungen beziehen. Von Überschuldung bedroht sind vor allem Menschen ohne finanzielles Polster, wie etwa Geringverdiener, Rentner*innen, Solo-Selbstständige oder Studierende. Der Deutsche Caritasverband fordert neben einer „begleitenden Nachsorge“ auch digitale Beratungen auszubauen, die insbesondere von jüngeren Menschen genutzt würden. Laut AG SBV sind in Deutschland mehr als 6 Millionen Menschen überschuldet. 

Quelle: Deutscher Caritasverband; Diakonie Deutschland; epd; AG SBV 

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