Sofa-Hopping ist nicht die richtige Antwort auf Wohnungslosigkeit

Die Zahl der Wohnungslosen steige seit Jahren an. Im Jahr 2018 lag die Zahl im Jahresverlauf bei ca. 678.000, das bedeute einen Anstieg von 4,2 Prozent gegenüber dem Vorjahr schreibe die Grünen in ihrem Antrag „Sofa-Hopping ist keine Perspektive“. Die Gründe für die steigende Zahl wohnungsloser Menschen seien vielfältig. Besonders betroffen scheinen zunehmend junge Menschen. Die Wege in die Wohnungslosigkeit seien meist ein längerer Prozess, die Ursachen multifaktoriell, ließen aber allesamt Rückschlüsse auf „schwierige“ Biografien, traumatische Erfahrungen und ein fehlendes unterstützendes Umfeld zu. Ein Gutachten des Wissenschaftlichen Dienstes des Deutschen Bundestages benennt als gefährdende Faktoren in erster Linie Bildungsbenachteiligung, sowie ein problematisches Elternhaus mit zum Beispiel Vernachlässigung, Gewalterfahrungen und sexuellem Missbrauch. Oftmals litten wohnungslose Jugendliche zudem an psychischen Erkrankungen oder Suchterkrankungen. Aber auch Jugendliche, die einen Schulabschluss vorweisen könnten, hätten oft am Übergang vom Schul- zum Berufsleben Schwierigkeiten, eine Ausbildung zu finden. Aufgrund des fehlenden oder geringen Einkommens und häufig des Fehlens finanzstarker Eltern im Hintergrund seien viele Jugendliche zudem überschuldet und hätten teilweise aufgrund negativer Schufa-Einträge kaum Chancen auf dem freien Wohnungsmarkt überhaupt eine Bleibe zu finden. Alle diese Faktoren führten häufig in eine Negativspirale, die aus eigener Kraft kaum zu überwinden sei. Die Grünen fordern in ihrem Antrag u. a.

  • ein nationales Aktionsprogramm zur Vermeidung und Bewältigung von Wohnungs- und Obdachlosigkeit;
  • eine Kindergrundsicherung einzuführen und Kinder- und Jugendarmut nach-haltig zu bekämpfen;
  • eine Ausbildungsgarantie zu schaffen und für mehr Chancengerechtigkeit in der Bildung zu sorgen;
  • das Housing-First-Prinzip in einer nationalen Strategie flächendeckend aus-zubauen;
  • das Jugendhilfesystem an die Bedürfnisse der Adressatinnen und Adressaten anzupassen;
  • im Sinne der Primarprävention ausreichend bezahlbaren Wohnraum für Ju-gendliche und junge Erwachsene in Schule, Studium, Ausbildung und Start in den Beruf zu schaffen.

Auf welchem Weg der Antrag nach der Sommerpause ins Parlament eingebracht wird, stand zum Redaktionsschluss noch nicht fest.

Quelle: Bundestagsfraktion Bündnis 90/Die GRÜNEN

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