Auch in Deutschland gibt es Kinder und Jugendliche, die ihren Lebensmittelpunkt auf der Straße haben oder auf der Straße leben, auch wenn sie offiziell über einen Wohnsitz verfügen. Ihre Zahl ist in den letzten Jahren kontinuierlich angestiegen. Das Deutsche Jugendinstitut (DJI) spricht in Untersuchungen von 37.000 Straßenkindern. „Off Road Kids“ hatte bereits 2014 davon gesprochen, dass jährlich 1.500 bis 2.500 Fälle hinzukämen. Da war man von 9.000 ausgegangen. Eine offizielle bzw. amtliche Statistik, die Wohnungslose erfasst, gibt es bisher in Deutschland nicht. Die LINKEN hatten 2014 schon eine Anfrage an die Bundesregierung gestellt. Jetzt haben sie die Situation von Straßenkindern und –Jugendlichen erneut zum Thema gemacht.

Wie viele Kinder und Jugendliche haben ihren Lebensmittelpunkt auf der Straße?

Der Bundesregierung liegen aktuell keine amtlichen Daten über die Zahl der Wohnungslosen- und damit auch zur Zahl von sog. Straßenkindern – vor. Für die Erhebung entsprechender Daten sind in erster Linie die Länder zuständig. Das für die Armuts- und Reichtumsberichterstattung der Bundesregierung federführende Bundesministerium für Arbeit und Soziales hat einen Dialog zwischen Bund und Ländern initiiert, um die Möglichkeiten einer bundeseinheitlichen Statistik zu prüfen und so mehr gesicherte Erkenntnis se über Art und Umfang von Wohnungslosigkeit erzielen zu können.

Den Begriff „Straßenkinder“ definiert die Bundesregierung angelehnt an den 13. Kinder- und Jugendbericht eng. Sie versteht unter dem Begriff „Straßenkinder ” Kinder, Jugendliche und junge Heranwachsende, die auf der Straße leben, auch wenn sie über einen offiziellen Wohnsitz verfügen. Sie verweist aber auch auf eine weitergehende Sichtweise. Das Deutsche Jugendinstitut (DJI) legt den Begriff „Straßenkinder” weiter aus, indem es auch junge Menschen einbezieht, die „zwar eine Meldeadresse haben, sich aber auf unvorhersehbare Zeit abseits ihres gemeldeten Wohnorts (Familie oder Jugendhilfeeinrichtung) aufhalten und somit faktisch wohnungslos sind”.

Unabhängig von der Definition ist es wichtig, dass jungen Menschen in prekären Wohnsituationen geholfen wird, das Leben auf der Straße zu beenden oder eine drohende Wohnungs- oder Obdachlosigkeit abzuwenden. Die Bundesregierung in ihrer Antwort auf die Anfrage der LINKEN unterschiedliche Modellprojekte und Hilfsansätze auf. An vielen Stellen weist die Regierung aber auch nur auf eine Antwort auf eine Anfrage aus dem Jahr 2014 hin.

Quelle: Nobert Müller – Die LINKE