Nach Angaben des Bundesfamilienministeriums verlagern rechtsextreme Gruppen ihre Aktivitäten zunehmend auf Social-Media-Kanäle und richten sich damit gezielt an Jugendliche. Es sei erschreckend, wie leicht sie von Rechtsextremisten kontaktiert und geködert werden könnten, sagte Bundesjugendministerin Franziska Giffey (SPD) bei der Vorstellung des Lageberichts “Rechtsextremismus im Netz 2018/19”. Der Report wird von jugendschutz.net, dem Kompetenzzentrum von Bund und Ländern für den Jugendschutz im Internet, erarbeitet und herausgegeben. Giffey bezeichnete den Lagebericht als Alarmzeichen. Weil Kinder und Jugendliche selbstverständlich im Netz unterwegs seien, hätten Rechtsradikale nahezu ungehinderten Zugang zu den Kinderzimmern, sagte sie. Mit ihren Angeboten knüpften rechtsradikale Gruppen an die Lebenswelt junger Menschen an, etwa durch Musik. Mit der für dieses Jahr geplanten Reform des Jugendschutzgesetzes strebe sie eine effektivere Rechtsdurchsetzung an, auch gegenüber Anbietern mit Sitz im Ausland, erklärte die Ministerin. Der Großteil der rechtsextremen Propaganda wurde auf Plattformen wie Youtube, Facebook, Twitter und Instagram gesichtet. Der Lagebericht dokumentiert, dass Dienste wie YouTube oder Facebook genutzt werden, um eine möglichst große Reichweite zu erzielen und die eigene Propaganda breit auszurollen. Die Angebote auf Plattformen wie u. a. Instagram dienen dezidiert dazu, junge Menschen zielgruppengenau in ihren Lebenswelten anzusprechen. 2.248 Maßnahmen seien eingeleitet worden; in über 80 Prozent der Fälle sei eine Löschung oder Sperrung erreicht worden.

Quelle: BMFSFJ; KNA; epd