OECD-Sozialindikatoren:
Gesellschaft auf einen Blick 2016

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Im Jahr 2015 waren fünfzehn Prozent der jungen OECD‑Bevölkerung NEETS (nicht in Arbeit, Berufs‑ oder Schulausbildung) – also etwa 40 Millionen junge Menschen. Stellen‑ und Einkommensunsicherheit kann aus Sicht der Autoren junge Menschen daran hindern, andere traditionelle Marken des Erwachsenwerdens zu erreichen, was zu Enttäuschung und Entmutigung führt. Sie kann auch schwerwiegende langfristige Auswirkungen auf Gesundheit, Kinderanzahl und Kriminalität haben und letztlich den sozialen Zusammenhalt gefährden.

Zwischen 2007 und 2014 wurde fast eine Stelle von zehn, die von Arbeitnehmern unter 30 besetzt wurden, vernichtet. In Spanien, Griechenland und Irland hat sich die Anzahl der beschäftigten Jugendlichen halbiert. Junge Menschen, die die Schule in der unteren Sekundarstufe verlassen haben, waren die Hauptleidtragenden dieser Stellenverluste.

Eine geringere Qualifizierung macht junge Menschen besonders anfällig
Junge Menschen, die nicht weiter als bis zur unteren Sekundarstufe gekommen sind, so die Studie machen über 30% der NEETs aus, und sie sind drei Mal so häufig NEETs wie diejenigen mit einem Universitätsabschluss. Bei geringer Bildung geht es jedoch nicht nur um formale Qualifikationen; junge Menschen mit schlechten Lese‑/Schreib‑ und Rechenfähigkeiten sind häufiger NEET, was darauf hinweist, wie wichtig hochwertige alternative Bildungs‑ und Berufsausbildungswege für Schulabbrecher sind.

Junge Frauen sind oft aufgrund von Pflegeverantwortung NEET
Eine Frau zu sein, erhöht das Risiko, NEET zu werden, insbesondere langfristig. Viele junge Frauen kümmern sich zu Hause um Kinder und andere Familienmitglieder. Daher sind Frauen 1,4 Mal so oft NEET wie junge Männer. Alleinerziehenden Eltern fällt es besonders schwer, die Kindererziehung mit einer Arbeitsstelle oder weiterführenden Bildung unter einen Hut zu bringen. Die Verfügbarkeit bezahlbarer Kinderbetreuung ist daher wesentlich, um die Berufsaussichten junger Frauen zu verbessern.

Einige NEETs leiden unter zusätzlichen Formen von Benachteiligung
Junge Menschen, die bereits in anderer Hinsicht benachteiligt sind, sind häufig auch einem hohen Risiko ausgesetzt, NEETs zu werden. Jugendliche, die im Ausland geboren wurden, sind 1,5 Mal so häufig NEET wie diejenigen, die im Inland geboren wurden, insbesondere wenn sie die lokale Sprache nicht sprechen und geringqualifiziert sind. Junge Menschen, deren Eltern wenig gebildet sind oder nicht arbeiten, sind auch häufiger arbeitslos oder nicht erwerbstätig. Das weist auf eine Übertragung der Benachteiligung von einer Generation auf die nächste hin. Junge Menschen mit Gesundheitsproblemen sind unter NEETs ebenfalls überrepräsentiert.

Das Bekämpfen eines frühen Schulabbruchs ist wesentlich
Der Anteil junger Menschen, die die Schule ohne höhere Sekundarqualifikation verlassen, ist in den OECD‑Ländern im letzten Jahrzehnt gesunken. Dennoch hat einer von sechs 25‑bis‑34‑Jährigen immer noch keine höhere Sekundarqualifikation, insbesondere junge Männer. Um sicherzustellen, dass alle jungen Menschen ihre höhere Sekundärbildung abschließen, ist umfassende Unterstützung nötig: Überwachung des Schulbesuchs, um Warnzeichen für einen Ausstieg zu erkennen; Kümmern um die sozialen oder gesundheitlichen Probleme der Schüler; und Anbieten außerschulischer Programme, um die Schüler einzubinden und ihre Motivation zu stärken.

Gute berufliche Bildung kann helfen, den Übergang von Schule zu Arbeit sanfter zu gestalten
Berufliche Bildung ist eine wertvolle Alternative zur akademischen Bildung. Sie bereitet junge Menschen auf den Arbeitsmarkt vor – mit dem Fokus, die Qualifikationsanforderungen der Arbeitgeber zu erfüllen. Ihre praktische Ausbildungskomponente sollte arbeitsbasiert sein, idealerweise in Form von Ausbildungen, bei denen junge Menschen schon früh mit Arbeitgebern zusammengebracht werden. Solche Programme können für junge Menschen, die von Schule genug haben, besonders attraktiv und nützlich sein. Ausbildungsvorbereitungsprogramme können diejenigen, denen es an den nötigen Lese‑/Schreib‑, Rechen‑ oder sozialen Fähigkeiten fehlt, auf den Arbeitsplatz vorbereiten.

Sorgfältig zugeschnittene Programme sind nötig, um NEETs wieder einzubinden
Staatliche Dienste müssen, so die Verfasser, NEETs erreichen, um langfristige Erwerbslosigkeit zu verhindern. Arbeitsvermittlungsstellen, Sozialdienste und nicht-staatliche Akteure können bei der Einbindung ausgestiegener junger Menschen eine zentrale Rolle spielen. Sobald ein junger Mensch registriert wurde, kann eine ausführliche Profilierung helfen, die Unterstützung an das Ziel anzupassen, und Kosten sparen, indem sichergestellt ist, dass Interventionen sich an die richtigen Jugendlichen richten. Viele NEETs benötigen vielleicht nur ein wenig Unterstützung, um eine Stelle zu finden, während erfolgreiche Programme für junge Menschen mit schweren oder mehrfachen Hindernissen oft intensiv und teuer sind. Die vielversprechendsten Programme kombinieren Bildung und praktische Ausbildung mit Beratung, psychologischer Unterstützung und Unterbringung. Einige haben sich als kosteneffektiv erwiesen, indem sie das Verdienstpotenzial erhöhen und kriminelles Verhalten reduzieren.

Zusammenfassung Quelle: www.oecd-ilibrary.org Die Studie finden Sie unter dem unten aufgeführten Link.

Link: http://www.oecd-ilibrary.org/docserver/download/8116131e.pdf?expires=1475750780&id=id&accname=guest&checksum=A3158A37FACB61CA2122C992DB2F0CB1
(Englisch)

Quelle: OECD

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