Nationalen Bildungsrat als Chance nutzen!

Expertinnen und Experten fordern breiten gesellschaftlichen Diskurs zu Bildungsgerechtigkeit: Der von der Bundesregierung geplante Nationale Bildungsrat muss für eine grundsätzliche Verständigung zu Aufgaben und Zielen des Bildungssystems genutzt werden. Alle relevanten Akteure der Zivilgesellschaft sowie der Jugend- und der Behindertenhilfe sind einzubeziehen. Diese Chance sollte nicht vertan werden, erklärten 22 Expertinnen und Experten aus den Bereichen Bildungspolitik, Schule, Jugendhilfe und Wissenschaft gestern im Rahmen eines Dialogtags „Nationaler Bildungsrat – Eine Chance für inklusive Bildung?!“ in Berlin, zu der die Bundesarbeitsgemeinschaft Katholische Jugendsozialarbeit (BAG KJS) e.V. und der Fachverband IN VIA eingeladen hatten.

Inklusive Bildung endlich umsetzen

Der Bildungsrat konkrete Impulse setzen, damit das Recht auf inklusive Bildung endlich planvoll und bundesweit umgesetzt wird. Deutschland hat sich bereits im Jahr 2009 verpflichtet, das Menschenrecht auf inklusive Bildung laut Artikel 24 der UN-Behindertenrechtskonvention zu realisieren. Hiervon ist das deutsche Bildungswesen aber immer noch weit entfernt.

Im internationalen Vergleichsteht Deutschland schlecht da

In den 16 Bundesländern herrschen sehr unterschiedliche Vorstellungen, wie Inklusion umzusetzen sei. Aber das entschuldigt nicht, dass Deutschland im internationalen Vergleich mit seinem segregierenden Schul- und Förderschulsystem immer noch schlecht darsteht. In Detuschland verlassen sechs Prozent aller Schulabgänger/-innen die Schule ohne einen Abschluss.

Eine Gesamtstrategie muss her

„Es muss endlich eine Gesamtstrategie entwickelt werden, um ein qualitativ hochwertiges, inklusives und multiprofessionell ausgerichtetes Bildungssystem sicherzustellen. Dies ist die vordringlichste Aufgabe eines Nationalen Bildungsrates“, fordert Marion Paar, Generalsekretärin von IN VIA Deutschland und Mitglied im Vorstand der Bundesarbeitsgemeinschaft Katholische Jugendsozialarbeit.

Noch aber streiten die Bundesbildungsministerin und die Kultusminister/-innen der Länder vor allem über die Stimmverhältnisse im künftigen Nationalen Bildungsrat, statt die großen Bildungsherausforderungen anzupacken, kritisierten die Bildungsexpert/-innen im Rahmen der Veranstaltung.

Quelle: BAG KJS

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