Berlin – Kinder von Hartz-IV-Empfängern sollen nach Ansicht der Grünen über ein Smartphone und einen Laptop verfügen dürfen. „Alle Kinder sollen die Potenziale der Digitalisierung positiv für sich nutzen können“ heißt es in einem Impulspapier der Grünen-Bundestagsfraktion zu digitaler Bildung, das den „Jugendsozialarbeit News“ vorliegt. Laptops oder Smartphones gehörten ins „soziokulturelle Existenzminimum“ von Kindern. Dafür sei eine Mehrbedarfsregelung notwendig, „die den Bedarfen von Kindern im Einzelfall gerecht wird“. Die Grünen wollen zudem, dass Lehrer für den Einsatz neuer Medien im Unterricht umfassend fortgebildet werden. Schulen bräuchten neben einer modernen digitalen Ausstattung auch IT-Personal zur Wartung und Administration der Geräte. Auch Eltern müssten in ihrer Medienkompetenz geschult werden.

Kinder und Jugendliche besser schützen

„Kinder und Jugendliche sollen in der digitalen Welt sicher und selbstbestimmt unterwegs sein können. Dafür müssen sie Smartphone, Tablet und Co. kompetent nutzen und vor möglichen Risiken geschützt werden“, sagte die Grünen-Fraktionsvorsitzende Katrin Göring-Eckardt dem RND. Sie fordert eine stärkere Regulierung für Plattformbetreiber und den Ausbau des Kinder- und Jugendmedienschutzes.

Die kommerzielle Zielsetzung der YouTube- oder Instagram-Profile von Influencern soll für Kinder und Jugendliche erkennbar sein. Schleichwerbung soll neu definiert bzw. die Vorgaben für ihre Kennzeichnung revidiert werden. Bei Kanälen minderjähriger Influencer auf YouTube oder vergleichbaren Plattformen solle die zuständige Medienaufsicht proaktiv überprüfen können, ob Ausnahmegenehmigungen der zuständigen Landesämter für Arbeitsschutz vorliegen.

Die GRÜNEN hatten das Impulspapier anlässlich eines Fachgesprächs „Digital Natives? Aufwachsen in der vernetzten Welt“ formuliert. Aus der Debatte des Fachgesprächs wird die GRÜNEN-Fraktion im Bundestag ein Positionspapier erarbeiten. Dieses wird dann Beschlussvorlage für den Themenbereich sein.

Quelle: Bündnis 90/ DIE GRÜNEN; epd; RND