Maßnahmen zur Aktivierung und beruflichen Eingliederung verbessern die Integrationschancen der geförderten Arbeitslosengeld-II-Bezieher um bis zu 23 Prozentpunkte. Das geht aus einer Studie des Instituts für Arbeitsmarkt- und Berufsforschung (IAB) hervor. Die Arbeitsmarktforscher empfehlen darin eine stärkere Konzentration der Maßnahmen auf Langzeiterwerbslose, da bei ihnen die Eingliederungseffekte tendenziell höher ausfallen als bei Kurzzeiterwerbslosen.

Die unterstützenden Angebote zur Aktivierung und beruflichen Eingliederung sollen Vermittlungshemmnisse verringern oder beseitigen. Sie können nach IAB-Angaben sowohl bei einem Arbeitgeber als auch bei einem Träger umgesetzt werden. Als Träger sind gleichermaßen Bildungsanbieter, Zeitarbeitsfirmen oder private Arbeitsvermittler zu verstehen. Nach der Studie haben Langzeitarbeitslose nach Eingliederungsmaßnahmen bei einem privaten oder öffentlichen Betrieb fünf Mal bessere Beschäftigungschancen als nach Maßnahmen bei einem Träger.

Mit den Maßnahmen zur Aktivierung und beruflichen Eingliederung wurden im Jahr 2009 die ehemaligen Trainingsmaßnahmen und die Einschaltung privater Vermittlungsdienstleister in einem neuen flexibleren Instrument zusammengeführt. Das neue Instrument sollte passgenauere Einsatzmöglichkeiten bieten als die Vorgängerinstrumente. Aus Sicht der Arbeitsmarktexperten ist das gelungen.

Im Jahr 2010 durchliefen mehr als 800.000 Langzeitarbeitslose Maßnahmen zur Aktivierung und beruflichen Eingliederung, in den Jahren danach waren es 600.000 bis 700.000 Menschen. Damit entwickelten sie sich zur häufigsten Maßnahme für Arbeitslosengeld-II-Bezieher.

Die IAB-Studie ist im Internet abrufbar unter http://doku.iab.de/kurzber/2017/kb2617.pdf

Quelle: IAB; epd