Lage am Ausbildungsmarkt spitzt sich weiter zu

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Die Lage am Ausbildungsmarkt spitzt sich laut Zahlen der Bundesagentur für Arbeit weiter zu. Demnach haben sich bislang rund 385.000 junge Menschen bundesweit um Lehrstellen beworben. Das sind 32.000 weniger als noch vor einem Jahr. Demgegenüber meldeten die Ausbildungsbetriebe 468.000 freie Lehrstellen. Trotz dieses Überhangs sind zahlreiche Jugendliche noch nicht mit einem Ausbildungsplatz versorgt. Firmen und potenzielle Auszubildende finden auch nur schwer zueinander. War das Matching schon vor Corona schwierig, hat die Krise dieses Problem weiter verschärft. Praktika und Berufsmessen mussten weitestgehend ausfallen.

Ausbildungsmarkt in der Corona-Krise

Der Deutschlandfunk hat in seiner Rubrik „Campus und Karriere“ die Schwierigkeiten auf dem Ausbildungsmarkt aufgegriffen. Bundesbildungsministerin Karliczek sprach von einem Warnzeichen. DGB-Vize Elke Hannack macht sich für eine Ausbildungsgarantie stark und fordert eine Ausbildungsplatzabgabe von Betrieben, die keine Ausbildung anbieten wollen. Heinz Hilgers, Vorsitzender des Deutschen Kinderschutzbundes, stellt klar, dass sich junge Menschen mit guten Zeugnissen oder Abitur weniger Sorgen machen müssten. Aber da besonders die Branchen unter der Corona-Krise gelitten haben, die auch Jugendlichen ohne hervorragende schulische Leistungen eine Chance geboten haben, seinen diese jungen Menschen jetzt quasi doppelt benachteiligt.

Jung und ausgegrenzt? Teilhabe und Ausbildung müssen jetzt gelingen

Die Zahlen der Bundesagentur für Arbeit offenbaren, dass die angebotenen Ausbildungsstellen auf ein historisches Tief gesunken sind. Die prekäre Lage für junge Menschen ohne Abschluss spitzt sich deutlich zu. Dabei wollen junge Menschen keine verlorene Generation sein. Sie wollen teilhaben, ihre Potentiale entfalten und ihre Talente einsetzen. Das stellt die Bundesarbeitsgemeinschaft Katholische Jugendsozialarbeit (BAG KJS) e. V. sowohl in ihrem Monitor „Jugendarmut in Deutschland als auch in ihrem aktuellen Politikbrief heraus. Eine Ausbildungsgarantie sei daher jetzt zwingend erforderlich. So könnten allen jungen Menschen Zukunftsperspektiven eröffnet werden.

DGB-Jugend fordert mehr Ausbildungsplätze

Im August und September beginnt normalerweise für viele Jugendliche das neue Ausbildungsjahr. Doch coronabedingt halten sich auch im zweiten Jahr der Pandemie viele Ausbildungsbetriebe und Jugendliche spürbar zurück. Die DGB-Bundesjugendsekretärin Manuela Conte rief daher die Arbeitgeber auf, zügig ihre freien Plätze nachzumelden und im Ausbildungsengagement nicht nachzulassen. Conte kritisierte, dass die Betriebe ihre eigene sowie die Zukunft der jungen Generation verschenkten, würden sie jetzt nicht ausbilden. Damit würde der Fortbestand des Fachkräftemangels vorprogrammiert. Wer als Arbeitgeber jetzt bei der Ausbildung spare, würde es später teuer bezahlen. Den Schulabgängerinnen und Schulabgängern empfahl Conte sich bei den Arbeitsagenturen, in Online-Stellenbörsen oder bei Unternehmen in der Umgebung zu informieren. Es gäbe Betriebe, die trotz Corona Ausbildungen anbieten würden. Auch nach dem Sommer könne man noch eine Ausbildung beginnen.

Quelle: Deutschlandfunk; DGB Jugend; BAG KJS

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