Der Josefstag vor Ort

Zum Josefstag haben Einrichtungen der katholischen Jugendsozialarbeit bundesweit rund um den 19. März neben kirchlichen Verantwortungsträgern auch gesellschaftliche Entscheiderinnen und Entscheider zu einem Besuch bei und Begegnung mit benachteiligten Jugendlichen eingeladen. Einen Überblick gibt die Aktionskarte. Einen bildlichen Eindruck über die unterschiedlichen Aktionen gewinnt man auf der Facebook Seite des Josefstags.

Nach wie vor ist der Bildungserfolg und die gesellschaftliche Teilhabe junger Menschen in erheblichem Maß von ihrer sozialen Herkunft abhängig. Dort, wo der Übergang von der Schule in den Beruf nicht gelingt, sind diese jungen Menschen auch als Erwachsene oftmals vom Arbeitsmarkt ausgeschlossen. Der Josefstag rückt diese jungen Menschen ins Zentrum der Aufmerksamkeit von Kirche und Politik. Viele der Veranstaltungen zeigen neben Problemen auch die Erfolgsgeschichten junger Menschen auf.

Der Josefstag im Bistum Osnabrück
„Respekt – Bildung – Chancen“, so lautete das Leitwort des „Josefstages“ am 19. März im „Forum am Dom“ in Osnabrück. Zu der Veranstaltung luden Bischof Franz-Josef Bode und die „Arbeitsgemeinschaft der Arbeits- und Qualifizierungsprojekte im Bistum Osnabrück“ (AGAL) ein. Die AGAL wollte mit der Aktion auf die Lebens- und Zukunftsperspektiven benachteiligter Jugendlicher und vom Arbeitsmarkt ausgeschlossener erwachsener Menschen aufmerksam machen. Begegnungen und Gespräche mit Teilnehmerinnen und Teilnehmern aus Maßnahmen und Qualifzierungsprojekten erlaubten Besuchern des Aktionstages einen Einblick in die zum Teil komplexen Problemlagen dieser Menschen, aber auch in deren Bewältigungsstrategien und Erfolgsgeschichten.

Ein Theaterstück führte den Zuschauerinnen und Zuschauern erbarmungslos die Lebensrealität erwerbsloser Menschen vor. Die oftmals mit Arbeitslosigkeit einher gehenden emotionalen Dramen wurden auf die Bühne gebracht. Musikalisch gestaltet wurde die Veranstaltung vom Abseits.?-Chor. Eine Chor, der vorrangig aus Besucherinnen und Besuchern einer Tageswohnung für wohnungslose Menschen besteht. Ähnlich wie das Theaterstück gewährten die Lieder einen Einblick in die Sorgen, Ängste und Nöte der Menschen. Ein musikalischer Appell an die eigenen Stärken bot einen positiven Ausblick und stiftete Hoffnung. All diese Eindrücke und damit verbundenen Herausforderungen für die pädagogische Arbeit und das politische Handeln wurden abschließen in einen Gottesdienst eingebracht.

Der Josefstag im Kolping-Jugendwohnen Köln-Ehrenfeld
Anlässlich des Josefstages lud das Team des Kolping Jugendwohnen zu einem offenen Nachmittag gemeinsam mit Jugendlichen sowie Pädagoginnen und Pädagogen ein.

Eine abgeschlossene Berufsausbildung gilt nach wie vor als Eintrittskarte in das Arbeitsleben. Aber die Suche nach einem Ausbildungsplatz gestaltet sich für die Jugendlichen, insbesondere für benachteiligte und beeinträchtige Jugendliche, schwierig. Insbesondere in ländlichen Regionen stehen wenig Ausbildungsstellen zur Verfügung und das Angebot an Berufen ist begrenzt. 1,33 Millionen jungen Menschen sind ohne Ausbildung- oder Berufsabschluss. Mehr als 830.000 Menschen werden in der Arbeitslosenstatistik nicht erfasst, da sie an einer Maßnahme der Arbeitsagentur oder des Jobcenters teilnehmen. Laut Berufsbildungsbericht weiß man über 95.600 junge Menschen, die mit Unterstützung der Arbeitsagentur einen Ausbildungsplatz gesucht haben, nichts. Ihr Verbleib ist unbekannt. Auch wenn die Arbeitgeber über unbesetzte Ausbildungsplätze klagen, sind immer noch zu viele junge Menschen ohne Ausbildung.

Damit es mit dem Ausbildungsplatz klappt, werden die jungen Menschen zunehmend mobiler. Sie finden in Einrichtungen des Jugendwohnes auswärts ein zu Hause. Neben einer bezahlbaren Unterkunft bietet Jugendwohnen eine sozialpädagogische Begleitung. Die Jugendlichen müssen fern ab von zu Hause und ohne ihr gewohntes soziales Umfeld den Einstieg in die Ausbildung bewältigen und gleichzeitig in die Rolle des mündigen Bürgers hineinwachsen. Die pädagogische Belgeitung im Jugendwohnen bietet hier Unterstützung an.

Beim Josefstag in Köln-Ehrenfeld konnte man einen Eindruck gewinnen, wie die Jugendlichen zusammen leben. Besucherinnen und Besucher der Veranstaltungen konnten die Zimmer, Gemeinschaftsräume und Freizeiträume besichtigen. Die Zimmer sind preiswert und werden je nach Ausbildungsart bezuschusst. Aber auch für die Unternehmen ist das Jugendwohnen eine gute Unterstützung. Sie können ihre Auszubildenden, die von weiter her kommen, eine bezahlbare und solide Unterkunft vermitteln. Mit dem Konzept des sozialpädagogischen Wohnens unterstützen die Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter den Ausbildungsverlauf der jungen Menschen und verhindern damit oftmal Ausbildungsabbrüche.“

www.josefstag.de
www.kolping-jugendwohnen.de

Quelle: BAG KJS

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