Jede*r siebte Jugendliche hat „instabilen Ausbildungsverlauf“

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Wie sehen die Übergänge von Jugendlichen aus, nachdem sie das allgemeinbildenden Schulwesens verlassen haben? Münden sie in Ausbildung oder Studium ein? Gibt es Bildungsverläufe, die mit einem hohen Risiko „zu scheitern“ einhergehen? Fragen zu Verläufen in der nachschulischen Bildung sind Wissenschaftler*innen der Universität Göttingen und der Helmut-Schmidt-Universität Hamburg im Auftrag der Bertelsmann Stiftung nachgegangen. Dazu haben sie Daten des Nationalen Bildungspanels (NEPS) ausgewertet und die nachschulischen Bildungswege von über 7.000 Personen über einen Zeitraum von 48 Monaten nach Verlassen der Schule analysiert. Dabei kommen die Wissenschaftler*innen zu dem Ergebnis, dass der Einstieg ins Berufsleben vielen jungen Menschen in Deutschland schwerfällt. Laut Studie beginnt die Mehrheit von ihnen (57 Prozent) nicht direkt nach dem Schulabschluss mit einer Ausbildung oder einem Studium. Jede*r siebte Jugendliche (15 Prozent) ist auch vier Jahre nach Schulabschluss nicht in eine Ausbildung eingebmündet oder hat diese abgebrochen. Laut Bertelsmann Stiftung bestehe somit bei bundesweit rund 100.000 jungen Menschen jährlich das Risiko, langfristig ohne Berufsabschluss zu bleiben. Die Bundesarbeitsgemeinschaft Katholische Jugendsozialarbeit (BAG KJS) e. V. engagiert sich in ihrer Initiative zur Bekämpfung von Jugendarmut gegen die Ausbildungslosigkeit junger Menschen und fordert eine verbindliche Ausbildungsgarantie. Bildung und Ausbildung sind Ankerpunkte in der Armutsbekämpfung. Es wird daher höchste Zeit, dass die Bundesregierung ihr Versprechen aus dem Koalitionsvertrag einlöst und eine Ausbildungsgarantie umsetzt.

Instabile Ausbildungsverläufe als Risiko für Ausbildungslosigkeit

Bei jeder oder jedem siebten Jugendlichen kommt es zu einem sogenannten instabilen Ausbildungsverlauf mit hohem Risiko von Ausbildungslosigkeit (15 %). Unter ihnen befinden sich laut Angaben überdurchschnittlich viele mit niedrigem Schulabschluss, geringem sozioökonomischen Status und mit Migrationshintergrund. Besonders schwer habe es, wer maximal einen Hauptschulabschluss hat: Etwa ein Viertel der jungen Frauen und ein Fünftel der jungen Männer befänden sich auch vier Jahre nach Schulabschluss nicht in einer regulären Ausbildung. Die Studienautor*innen identifizieren als Gründe einen späten Ausbildungsabbruch ohne Übergang in eine neue Ausbildung, fragmentierte Verläufe ohne dauerhafte Einmündung in berufsqualifizierende Bildungsangebote oder lange Verweilzeit im Übergangssektor. Von den Personen, die mindestens eine Maßnahme im Übergangssektor absolviert haben, schaffen es laut Studie innerhalb der betrachteten vier Jahre nur zwei Drittel in eine Ausbildung. 

Quelle: Bertelsmann Stiftung; KNA 

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