Arbeitsgruppe im Foyer des Museums zum Thema "Zur Situation der jungen Mädchen und jungen Frauen am Beispiel der Kuna" - Copyright Notice: Jürgen Escher / Adveniat

„Wir müssen beginnen, unser gemeinsames Haus zu schützen!“

„Zu träumen ist sehr wichtig, aber wir müssen anfangen, unsere Träume in die Tat umzusetzen – hier in Panama und in der ganzen Welt.“ So das Resumee von Eidigili Gypsi Valiente zum Abschluss des internationalen Youth Hearings vom Bund der Deutschen Katholischen Jugend (BDKJ) und dem Lateinamerika-Hilfswerk Adveniat, das am 23. Januar 2019 in Panama stattfand. Zu dieser jugendpolitischen Veranstaltung waren 250 deutsche Weltjugendtagspilger gekommen. „Wir haben alle etwas gemeinsam, das ist unser gemeinsames Haus“, sagte die 24-Jährige. „Wir müssen beginnen, unser gemeinsames Haus zu schützen!“, lautete der eindringliche Appell der jungen Frau vom indigenen Volk der Kuna. „Ihr habt viel mehr Chancen als wir – deshalb nutzt eure Möglichkeiten“, sagte sie zu den Jugendlichen aus Deutschland. Jeder zehnte Kuna in Panama lebt in Armut oder extremer Armut. In vier Gruppen hatten die Teilnehmer der Veranstaltung zuvor gearbeitet und Forderungen aufgestellt. Diese lauteten in der Arbeitsgruppe von Eidigili Gypsi Valiente: Bildungschancen für indigene Jugendliche schaffen; die indigenen Völker beim Erhalt der Natur unterstützen und beim Weltjugendtag ein sichtbares Zeichen für die Bewahrung der Schöpfung setzen. Die 26-jährige Tina Büttner aus Forchheim  formuliert es so „Es geht darum, akzeptiert zu werden, in den offenen Dialog zu treten und Minderheiten zu akzeptieren, man selbst sein zu dürfen und angenommen zu werden, so wie man ist.“ Dafür brauche es ganz viel Wertschätzung: „Wertschätzung gegenüber einander und Wertschätzung gegenüber der Umwelt“.

Wertschätzung gegen über der Natur und konkrete Forderungen zum Umweltschutz

Adveniat-Geschäftsführer Stephan Jentgens versprach den Jugendlichen, ihre Forderungen zum Thema Umweltschutz während der Amazonas-Synode, die im Oktober im Vatikan stattfindet, über das panamazonische Netzwerk Repam mit einzubringen. Repam (Red Eclesial PanAmazónica), das länderübergreifende, kirchliche Netzwerk für die Rechte der indigenen Völker, wurde 2014 von Bischöfen, Priestern, Ordensleuten und Laien aus dem Amazonasgebiet gegründet. Zudem werde das Hilfswerk das Thema beim Botschafter der Bundesrepublik Deutschland in Panama, Uwe Wolfgang Heye, und der deutschen Bundesregierung vorbringen, weil es noch immer ein Skandal sei, die ILO 169 der Vereinten Nationen zu unterzeichnen, aber nicht durch den Deutschen Bundestag zu bringen. Die UN-Konvention ILO Nummer 169 ist das einzige verbindliche internationale Abkommen zum Schutz indigener Völker und garantiert beispielsweise, dass diese Völker angehört werden müssen, wenn auf ihrem Gebiet Rohstoffe ausgebeutet werden.

Vier Selbstverpflichtungen sprach BDKJ-Bundespräses, Pfarrer Dirk Bingener, aus: Der BDKJ würde sich dazu verpflichten, über die große soziale Ungerechtigkeit in Panama zu informieren und sich dafür einzusetzen, dass Deutschland wieder monetäre Entwicklungshilfe in Panama leiste. Zudem werde sich der BDKJ dafür stark machen, dass mehr junge Menschen über den katholischen Freiwilligendienst „weltwärts“ die Chance bekämen, Länder wie Panama kennenzulernen. Im Rahmen der 72-Stunden-Aktion werde der Jugendverband tatkräftig an einer gerechteren Welt mitbauen und sich in Deutschland auch für nachhaltiges Handeln der katholischen Kirche einsetzen.

Hintergrund

Vom 22. bis 27. Januar 2019 findet in Panama der XXXIV. Weltjugendtag statt. Er steht unter dem Leitwort „Siehe, ich bin die Magd des Herrn; mir geschehe, wie du es gesagt hast“ (Lk 1,38). Rund 200.000 junge Menschen aus 155 Ländern, darunter rund 2.300 aus Deutschland, feiern bei diesem Großereignis gemeinsam, beten, bezeugen und vertiefen ihren Glauben und lernen konkret die soziale Realität des Landes kennen. Bisherige internationale Weltjugendtage fanden unter anderem in Krakau (2016), Rio de Janeiro (2013), Madrid (2011), Sydney (2008) und Köln (2005) statt.

Quelle: BDKJ-Pressestelle