Der Gesundheitsreport der Techniker Krankenkasse (TK) analysiert dieses Jahr im Schwerpunktteil Erwerbsbiografien und Gründe, warum Erwerbstätigkeiten unterbrochen werden. Der Report führt Studium, Familiensicherung, Elternzeit, Arbeitslosigkeit, Erwerbsunfähigkeit, Altersrente oder Todesfälle als Gründe auf. Von der betrachteten Population befanden sich 74,5 Prozent im anfänglichen Alter von 20 bis 65 Jahren durch-gängig auch über den gesamten Beobachtungszeitraum von fünf Jahren in einem sozialversicherungspflichtigen Be-schäftigungsverhältnis. 15,2 Prozent der untersuchten Population bezogen innerhalb von fünf Jahren mindestens kurzzeitig Arbeitslosengeld. Junge Berufstätige waren mit Anteilen um 30 Prozent sehr häufig, dann aber oftmals nur kürzer als ältere Berufstätige betroffen.

Erwerbsbiografien in Deutschland – Arbeitslosigkeit

Die Auswertungen beschränken sich vor dem dargestellten Hintergrund explizit auf Arbeitslosigkeitszeiten mit einem Arbeitslosengeldbezug (ALG I oder ALG II). Unter den anfänglich Berufstätigen waren von einer entsprechenden Arbeitslosigkeit innerhalb des fünfjährigen Beobachtungszeitraums nach Geschlechts- und altersstandardisierten Auswertungen zumindest kurzzeitig 15,2 Prozent betroffen. Die Rate lag mit 14,7 Prozent bei Männern etwas niedriger als bei Frauen mit 15,7 Prozent. Mindestens 183 Tage mit Bezug von Arbeitslosengeld waren bei 7,9 Prozent der Population dokumentiert, mindestens 365 Tage Arbeitslosengeldbezug waren bei 4,3 Prozent der Berufstätigen dokumentiert, wobei Männer zu 4,2 Prozent und Frauen zu 4,4 Prozent von entsprechend längerfristigen Arbeitslosigkeitsphasen betroffen waren. Mindestens 730 Tage mit Arbeitslosengeldbezug wurden innerhalb von fünf Jahren, gegebenenfalls auch mit Unterbrechungen, bei 1,37 Prozent der anfänglich Beschäftigten erfasst.

Betrachtet man den Anteil der Personen mit einem Arbeits-losengeldbezug über einen Gesamtzeitraum von mindestens 365 Tagen innerhalb des Nachbeobachtungszeitraums, er-geben sich insbesondere bei jungen Berufstätigen erheblich niedrigere Raten von durchgängig unter sechs Prozent. Für junge Berufstätige ist demnach das Risiko für eine Arbeits-losigkeit insgesamt zwar ausgesprochen hoch, allerdings ist nur ein vergleichsweise geringer Anteil von ihnen auch über längere Zeiträume betroffen.

Branchenunterschiede bei Arbeitslosigkeit

Es bestehen ausgesprochen große branchenabhän-gige Unterschiede. So lag das Risiko für eine längerfristige Arbeitslosigkeit bei Beschäftigten der beiden Branchen „Energieversorgung“ sowie „Öffentliche Verwaltung, Vertei-digung, Sozialversicherung“ weniger als halb so hoch wie geschlechts- und altersabhängig erwartet. Demgegenüber waren in den beiden Branchen „Gastgewerbe“ sowie „Erbringung sonstiger wirtschaftlicher Dienstleistungen“ Überschreitungen der erwarteten Risiken um mehr als den Faktor Zwei zu beobachten. Der letztgenannten Branche sind dabei auch Leiharbeitsfirmen zuzurechnen.

Auch in Abhängigkeit von der ausgeübten beruflichen Tätigkeit variiert das Risiko für eine längerfristige Arbeitslosigkeit merklich. Mehr als ein Drittel seltener als erwartet sind Berufstätige mit „Technisch-naturwissenschaftlichen Berufen“ sowie Beschäftigte in „Gesundheitsberufen“ betroffen. Etwa doppelt so hoch wie erwartet liegt die Rate demgegenüber bei „Ernährungsberufen“ sowie in der Gruppe „Friseure, Gästebetreuer, Hauswirtschafter, Reiniger“.

Mangelnde Schulbildung als besonderes Risiko

Nach einer Differenzierung gemäß Schulbildung sind, mit den um den Faktor 2,56 erheblich über den Erwartungs-werten liegenden Risiken, insbesondere Berufstätige ohne Schulabschluss sehr häufig von einer längerfristigen Arbeitslosigkeit betroffen, wobei dieser Gruppe allerdings nur ein vergleichsweise kleiner Teil der Berufstätigen mit Versicherung bei der Techniker zuzuordnen ist. Ein ähnliches Bild ergibt sich auch nach einer Differenzierung gemäß der beruflichen Ausbildung.

 

Neben dem Schwerpunktthema befasst sich der jährlich erscheinende Gesundheitsreport der Techniker Krankenkasse (TK) routinemäßig aktualisierten Hauptabschnitten mit Arbeitsunfähigkeiten sowie mit Arzneiverordnungen bei Erwerbspersonen. Den TK-Gesundheitsreport lesen Sie hier.

Quelle: Techniker Krankenkasse